Er geht mit Gottvertrauen

Pfarrer Winfried Hahner verlässt die katholische Gemeinde Homberg

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Das Gemeindeleben war für ihn eine bunte Sache: Winfried Hahner, katholischer Pfarre der Homberger Christus Epheta Gemeinde, verlässt nach 16 Jahren die Kreisstadt. Am Sonntag hält er dort seinen letzten Gottesdienst.

Homberg. Der katholische Seelsorger Winfried Hahner verlässt am Sonntag die Kreisstadt Homberg. In der hat er 16 Jahre lang die katholische Gemeinde betreut.

Das Plakat im Schaukasten der Christus Epheta Kirche in Homberg scheint eigens für Pfarrer Winfried Hahner dort zu hängen. „Jedem Anfang wohnt Vertrauen inne“ steht da. Und eben dieses Gottvertrauen setzt Winfried Hahner in seinen persönlichen Neuanfang.

Er geht mit Wehmut, aber auch mit Gelassenheit. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um einen Neustart zu wagen, sagt der 60-Jährige. Der fällt umso leichter, da ihn dieser ins Altbekannte führt: Hahner nimmt am 1. März seine Arbeit in Pilgerzell auf, einer Gemeinde im Bistum Fulda, das zugleich seine Heimat ist.

In Fulda legte Hahner seine Reifeprüfung ab – und ging erst einmal einen ganz anderen Weg: Er absolvierte eine Lehre als Bankkaufmann. Der Gedanke, den Beruf des Priesters zu ergreifen, sei erst ganz langsam in ihm gereift. Als er sich nach seiner Ausbildung zum Finanzfachmann zum Studium der katholischen Theologie entschlossen habe, seien Freunde und Familie damals, Anfang der 70-er Jahre, erstaunt gewesen, erzählt er.

Doch hatte Hahner nie einen Zweifel daran, dass seine Entscheidung richtig war. Er gehört nicht zu den Menschen, die mit den Entscheidungen hadern, die sie einmal getroffen haben. Oder die lange im Zweifel leben. So hat der 60-Jährige auch keinen Zweifel daran, dass die Entscheidung, für die letzten zehn Jahre seines Berufslebens noch einmal ein ganz neues Kapitel aufzuschlagen, die richtige ist. „Ich gehe freiwillig und in Frieden.“

An seine Zeit in Homberg wird er gerne zurückdenken. Und sicher auch gerne davon erzählen. Von der Sanierung der Christus Epheta Kirche, die Anlaufstelle für mehr als 2800 katholische Homberger ist. Von der Zusammenlegung der katholischen Gemeinden Homberg und Borken vor fünf Jahren, die die Zahl der Gemeindeglieder auf 4500 anwachsen ließ. Vom großen Spektrum im regen Gemeindeleben, das er als eine „große Fülle“ bezeichnet. Es ist eben viel passiert in diesen 16 Jahren, sagt er, ohne dass er dabei vom Abschiedsschmerz überwältigt zu sein scheint.

Am Sonntag hält Hahner seinen letzten Gottesdienst in Homberg. Spätestens dann wird er wohl doch noch kommen, zumindest für diesen Tag – ein klein bisschen Abschiedsschmerz vorm Neubeginn, glaubt er.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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