Homberg statt Fidschi-Inseln: Familie Narajan feiert Weihnachten

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Weihnachten zweier Kulturen: Petra und Paul Narajan sind seit zwölf Jahren ein Paar und feiern zusammen nach deutscher Tradition das Weihnachtsfest in Homberg.

Homberg. Wenn Paul und Petra Narajan Weihnachten feiern, dann ist eigentlich alles wie in vielen deutschen Haushalten. Sie schmücken den Baum und freuen sich auf die Besuche der Verwandten. In manchen Momenten denkt Paul Narajan aber auch daran, wie es in seiner alten Heimat wohl gerade ist.

Der 52-Jährige, stammt von den Fidschis, dort tanzen die Menschen zu Weihnachten am weißen Strand, anstatt durch den nordhessischen Schnee zu stapfen. Nun läuft er mit einem freundlichen Lächeln locker durch die weihnachtlich geschmückte Wohnung in Homberg, die Kerzen brennen, der Weihnachtstee dampft. Er zeigt gerne die dekorierte Wohnung und hat Freude daran.

Ein paar Gemeinsamkeiten gibt es sogar auch bei den Traditionen: Auch auf den Fidschies wird ein Weihnachtsbaum aufgestellt und alle treffen sich zum Fest. Der Baum ist dort dann zwar keine Tanne, sondern eine kleine Pinie, die mit bunten Schleifen und Lichterketten geschmückt wird.

Die Hälfte der Fidschianer sind christlichen Glaubens Narajan auch. Das Fest selbst werde nicht so förmlich wie in Deutschland gefeiert. "Die Menschen kommen einfach zusammen und bringen was mit." Traditionell backen sie einen Erdbraten den Lovo das ist ein Stück Fleisch, das mit Gemüse und Gewürzen in ein Palmblatt gewickelt wird und in einem Erdloch über Feuer gegart wird. Und dann wird gegessen und gefeiert. "Weihnachten ist bei uns Partytime", schwärmt er davon, wie es ist, am Traumstrand im weißem Sand zu tanzen, fröhlich und ausgelassen das Fest zu feiern. Narajan zeigt Fotos, auf denen er mit vielen lachenden Menschen zu sehen ist. Die Strandfete gehört zu Weihnachten einfach dazu. Alle gehen am zweiten Weihnachtstag ans Meer.

Die Geschenke gibt es am ersten Weihnachtstag, wie es auch in England und Amerika üblich sei. Das liege daran, dass die Christen auf den Fidschis meist aus den Kolonialstaaten der umliegenden Länder, wie etwa Indien stammen.

Zum Christfest gibt es auch mal ein Bier. "Alkohol trinken die Fidschianer sehr selten, weil er einfach zu teuer ist. Die meisten verdienten nicht mehr als 50 Euro im Monat", weiß Paul Narajan. Das Nationalgetränk sei übrigens Kawa, ein Extrakt aus dem Pfefferstrauch vermischt mit Wasser, es habe berauschende Wirkung. In seiner alten Heimat hat Narajan in einem Hotel gearbeitet und dort auch seine Frau Petra aus Homberg kennengelernt, die dort vor zwölf Jahren in Viti Levu, der größten der Inseln Urlaub machte.

Beim Spaziergang am frühen Morgen sprach er sie an, weshalb er nun Weihnachten in Nordhessen verbringt, statt tanzend am Strand. Die ersten Feste in Deutschland seien schwierig gewesen, er habe viel Heimweh gehabt und die Lockerheit der Menschen auf den Inseln vermisst.

Mittlerweile fühlt sich Paul Narajan auch in der nordhessischen Kleinstadt wohl. Der freundliche Mann ist beliebt in der Straße und hilft den Nachbarn gern. Die Vermieter des Ehepaars nennt er Mama und Papa. Die gehören zur Familie und werden dann auch Heilig Abend besucht.

Quelle: HNA

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