Kbg Homberg feierte 100. Geburtstag

Homberg steht seit einem Jahrhundert unter Strom

Anno Dazumal: Hausfrauen wünschten sich Strom für Geräte, die die Hausarbeit erleichtern. Ines Eberwein und Claudia Hein im Stück der Kleinen Bühne. Foto: Christine Thiery

Homberg – Es waren viele gekommen, um den runden Geburtstag der Homberger Kraftstrombezugsgenossenschaft (kbg) zu feiern: Von den 1400 Mitgliedern hatten am Samstag 450 den Weg in die Stadthalle gefunden, um das Ereignis zu würdigen.

 

Die kbg als regionaler Energieversorger habe es in all dieser Zeit immer wieder geschafft, sich den Herausforderungen der jeweiligen Zeit anzupassen, sagte Vorstand Wolfgang Imberger in seiner Begrüßung.

Neben den Reden und Musik der Gruppe Looking Back stand ein Theaterstück im Mittelpunkt. Regisseurin und Autorin Almuth Karger von der Kleinen Bühne Schwalm-Eder hatte eigens für die Jubiläumsveranstaltung ein Stück geschrieben, das als unterhaltsamer Rückblick von den ersten Tagen und Schritten der kbg in Homberg erzählte.

Anfangs, so hieß es dort, seien die Homberger nur schwer von der Vorteilen der Elektrizität zu überzeugen gewesen. Doch bereits von 1897 an begannen die Handwerker und Hausfrauen von Strom für Geräte und Maschinen in Häusern und Werkstätten zu träumen. Bis der Magistrat dann sein Okay gab, vergingen aber noch 23 Jahre. Die Kraftstrombezugsgenossenschaft wurde am 18. Januar 1920 gegründet. Ein Narr als Erzählfigur – gespielt von Felix Eberwein – führte die Zuschauer durch die Zeit der Gründung der kbg bis hin zur Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den Zeiten des Wirtschaftswunders sowie dessen Neuerfindung nach der Liberalisierung des Strommarktes Ende der 1990er Jahre.

Landrat Winfried Becker erinnerte in seinem Grußwort an all das, was in diesen 100 Jahren passiert war. Erst der Strom habe viele Veränderungen möglich gemacht. Heute sei er für alle selbstverständlich und nicht mehr wegzudenken. Der Schritt der Genossenschaftler vor einem Jahrhundert sei ein wichtiger für Homberg gewesen – die volle Stadthalle zeige die Verbundenheit der Mitglieder mit der kbg.

Bürgermeister Nico Ritz würdigte deren Verdienste für die Stromversorgung und ihr gesellschaftliches Engagement. Die Beleuchtung der Burg, die Burgbergkerze und die Lichterfest in den Efzewiesen 2016 und im vom 5. bis 7. Juni dieses Jahres beispielsweise seien nur mit der Unterstützung der kbg möglich.

Der Stromversorger stehe gut da, war sich auch Rüdiger Stecher vom Genossenschaftsverband sicher, die kbg verfüge über ein Eigenkapital von zehn Millionen Euro. Sie sei ein Unternehmen vom alten Schlag, das sich aber jeder Herausforderung der Zeit stelle. Die Flexibilität der kbg habe sie zu dem gemacht, was sie heute sei. Durch den veränderten Strommarkt musste sie neue Geschäftsfelder schaffen, und selbstverständlich auch in erneuerbare Energien investieren.

In Zeiten des stetigen Wandels habe sie sich dem Markt angepasst und so dem Konkurrenz- und Verdrängungswettbewerb Stand gehalten, so Horst Knauff, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung. "  Weiterer Artikel Archivfotos: Rainer Zirzow/Maja Yüce

Quelle: HNA

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