200 Jahre altes Haus wird derzeit saniert

Tourist-Info zieht ins Deutsche Haus am Homberger Marktplatz

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Die Fassade ist schon fertig: Das Deutsche Haus am Homberger Marktplatz wird saniert. Im Erdgeschoss ziehen das Theater „3 hasen oben“ mit einem Büro und die Touristinfo ein. 

Homberg. Hugenottischer Baustil, ganz viel Platz und richtig viel Arbeit: Das Deutsche Haus am Homberger Marktplatz hat eine lange Geschichte. Derzeit wird das Haus saniert.

Die Familie Saalmann hatte es 2016 gekauft, nachdem ein Wasserschaden im Jahr zuvor das Gebäude unbewohnbar gemacht hatte. Jetzt sind die Arbeiten fast beendet. Im Mai sollen die ersten Mieter im Erdgeschoss einziehen: die Touristinfo der Stadt Homberg sowie das Theater „3 hasen oben“ mit einer Geschäftsstelle.

Eine breite Treppe inmitten der großen Eingangshalle führt hoch hinauf. Sie knarrt unter jedem Schritt, verrät ihr Alter und lässt doch nur erahnen, was in den nächsten Stockwerken wartet. Die Familie von Dr. Roland Saalmann hat in den oberen Etagen sechs Wohnungen geschaffen. Hell, freundlich und nach den neuesten Standards sind die Mietwohnungen gebaut. Sie haben eine Größe zwischen 50 und 110 Quadratmetern.

„Wir haben qualitativ hochwertigen Wohnraum nach Vorgaben des Denkmalschutzamtes geschaffen“, sagt Dr. Roland Saalmann. Verbaut wurden Lehm und Eichenholz – alles Baustoffe, die zu einem Fachwerkhaus gehören. Das war nicht leicht. So musste etwa die Wasser- und Elektroversorgung an heutige Sicherheits- und Brandschutzstandards angepasst werden.

Bis es so weit war, gab es jede Menge Müll: 240 Kubikmeter Müll und 180 Tonnen Bauschutt wurden aus dem Haus geschafft, berichtet Saalmann. Weit mehr als 10.000 Arbeitsstunden wurden bisher in die Sanierung gesteckt.

Dabei tauchte auch die ein oder andere Überraschung auf. So war manch eine Decke durchgefault und musste komplett erneuert werden. Ein fauler Dachbalken war sogar so weit abgesunken, dass er nur noch auf einem Fensterrahmen auflag. Die Logistik war eine besondere Herausforderung. „Die engen mittelalterlichen Gassen erschwerten die Anlieferung“, berichtet der Bauherr. Von jedem Stein des Fundamentes musste der Putz mit der Hand abgeschlagen werden.

Neben den sechs Wohnungen ist im hinteren Bereich des Gebäudes auf 150 Quadratmetern ein Saal entstanden, der zum Feiern einlädt. Von dort aus gelangen Besucher auf eine Terrasse. Ursprünglich sei der Saal für Kinoveranstaltungen gedacht gewesen. Die Familie könnte sich aber auch vorstellen, dort etwa Platz für Konfirmationsfeiern zu bieten. Im Untergeschoss und zweiten Untergeschoss, dort befand sich das Lokal „Schloßberg-Grotte“, soll eine gehobene Gastronomie etabliert werden. Von der Restaurantebene sollen Saal und Terrasse mitbedient werden können.

„In diesem Umfang sollte das Haus eigentlich nie saniert werden“, berichtet Saalmann. Die Familie tat es trotzdem. Weil sie das Projekt reizte, sie etwas machen wollte – und weil sie sich des Gebäudes annehmen wollte. Inzwischen befindet sich die Sanierung nach zwei Jahren in der Endphase. Dass das Projekt zu einem guten Ende gebracht wird, daran lässt Roland Saalmann keinen Zweifel. „Wir haben mit den Arbeiten angefangen, also bringen wir sie auch zu Ende.“

Historie des Deutschen Hauses

Das Deutsche Haus ist im hugenottischen Baustil errichtet. Es ist mehr als 200 Jahre alt. 1746 befand sich nach Unterlagen von Dr. Roland Saalmann das Gasthaus Zur Sonne im Gebäude. Orgelvirtuose Professor Wilhelm Volckmar wohnte lange im Haus. Nach einem Brand wurde es 1820 wieder aufgebaut. Es war nicht nur Herberge und Wohnhaus, sondern auch Heimat der Binding-Brauerei und ein Casino. Zwischenzeitlich diente es als Vereinsheim des FC Homberg.

Quelle: HNA

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