Homberger Asyldebatte

Bürgermeister Wagner ruft Einwohner zur Unterstützung auf

Martin Wagner

Schwalm-Eder. Noch vor Weihnachten könnten die ersten Flüchtlinge in drei der ehemaligen Kasernengebäude in Homberg einziehen, das sagte Bürgermeister Martin Wagner bei einer Informationsveranstaltung der Stadt.

"Wenn die Verträge unterzeichnet sind, können die Voraussetzungen für die Unterbringung innerhalb von vier Wochen geschaffen werden."

Maximal 300 Menschen will das in Hessen für die Erstaufnahme von Flüchtlingen zuständige Regierungspräsidium in Gießen dort unterbringen. Hinzu kommen etwa 100 Menschen, die der Landkreis dauerhaft aufnehmen muss.

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Vor allem auf Integration wolle die Stadt bei der Aufnahme setzen. Und das gelte auch für die Menschen, die nur kurzfristig - zur Erstaufnahme - in Homberg ein Dach über dem Kopf finden.

Wagner betonte, dass die Stadt in Kooperation mit den Vereinen und den Einwohnern Angebote machen wolle. Sprachkurse, Sport und mehr seien möglich. "Wir wollen etwas für die Menschen tun, was über die reine Aufnahme hinausgeht", sagte Wagner und erhielt dafür Applaus von den 300 Zuhörern in der Stadthalle. "Wir können ihnen unsere Stadt näher bringen." Homberg könne so hessenweit ein Vorreiter sein. Wagner forderte die Homberger auf, sich zu engagieren. "Wir können nur hoffen, dass wir nicht in solch eine Situation kommen", sagte er. Die Asylsuchenden seien auf der Flucht.

Silvia Scheffer, Flüchtlingsberaterin beim Diakonischen Werk Schwalm-Eder betonte, dass 400 Menschen auf ein Mal wirklich viel seien. Sie kritisierte, dass man sich beim RP Gießen offenbar kaum Gedanken um die Menschen gemacht habe.

Doch gebe es eine Schnittmenge zwischen den Hombergern und den Flüchtlingen: "Sie alle wollen in Ruhe und Frieden und ohne Angst leben." Wichtig sei, dass man gegenseitig freundlich aufeinander zugehe.

Hintergrund: Maximal werden es 400 Menschen

Das RP Gießen will frühere Kasernengebäude in Homberg für die Unterbringung von Asylsuchenden anmieten. Homberg soll eine Außenstelle für die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Gießen werden. Die Einrichtung dort ist überfüllt und verzeichnet steigende Flüchtlingszahlen. Derzeit sind 685 Menschen unterzubringen, für die in Gießen 430 Plätze zur Verfügung stehen.

In Gersfeld, Reinhardshain und Bad Arolsen wurden zusätzlich Hotelunterkünfte angemietet. Außerdem hat das RP zwei Gebäude auf dem ehemaligen US-Depot in Gießen gemietet, mit Platz für über 1000 Personen. In Homberg sollen maximal 400 Menschen untergebracht werden. (may)

Quelle: HNA

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