Homberger Burgberggemeinde: Historische Schätze zum Museumstag

Die Spur in den Geheimgang

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Die Burg anno 1648: Museumsbetreuer Michael Toscher zeigte die Nachbildung eines Kupferstichs von Johann Daniel Homagius.

Homberg. Ob aufwändig rekonstruiertes Burgmodell, dreidimensionale Ansichten per Computersimulation, akribisch übersetzte historische Dokumente, sorgsam aufgearbeitete Exponate: Einblicke in die Vergangenheit der Homberger Hohenburg gewährte die Burgberggemeinde zum Internationalen Museumstag.

Dabei faszinierten im 2011 eröffneten Burgberg-Museum in der Freiheiter Straße besonders die 7000 Fundstücke, die von der Freilegung des mit 150 Metern tiefsten in Basalt gehauenen sowie vollständig ausgemauerten Burgbrunnens stammen.

Wasser zum Überleben

Der Verein stellt die Burghistorie anhand unterschiedlicher Themen vor. Dazu gehören die überlebenswichtige Wasserversorgung der Festungsbewohner sowie die unheilvollen Ereignisse während des Dreißigjährigen Krieges.

Die Belagerung der zum Kriegsende im Jahr 1648 bereits weitgehend zerstörten Festung zeigt die fototechnische Nachbildung eines Kupferstichs von Johann Daniel Homagius.

Nach schweren Gefechten hatten landgräfliche Truppen die von der kaiserlichen Armee besetzte Burg zurückerobert. Der Friedensvertrag müsse für die damalige Zeit als beispielhafter Ansatz einer humanitären Gesinnung angesehen werden, beteuerte Alfred Uloth, Vereinsvorsitzender der Burgberggemeinde. So erhielten die Unterlegenen freien Abzug samt Waffen, während Kranke und Verwundete gesund gepflegt wurden und später nachreisten.

Anhand der Kupferstich-Nachbildung und der akribisch entschlüsselten schriftlichen Aufzeichnungen von Homagius wird deutlich, dass es einmal einen Geheimgang von der Stadt zur Burg gegeben haben muss. Die "geblennte Aproche", ein überdeckter Zugangsgraben, war vermutlich der Fluchtweg der Stadtbewohner zur Festung. An der rekonstruierten Streckenführung sei ein Stück Steinwall erkennbar entdeckt worden, sagte Uloth. Dieser soll demnächst untersucht werden.

1619 hatte Hombergs Rentmeister Antonius Clotz von Landgraf Moritz den Auftrag erhalten, sämtliches Inventar des Homberger Schlosses zu erfassen. Neben dem Verzeichnis von Gärten, Äckern und Höfen erwiesen sich besonders die Aufzeichnungen des Hausrats als knifflig: Neun Monate lang beschäftigte sich der Arbeitskreises Museum mit der Übersetzung und einer lesefreundlichen Darstellung für die Museumsbesucher.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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