Jugend der Kleinen Bühne Schwalm-Eder

Homberger "Hexen" gewinnen Theaterpreis

Die „Hexenjagd“ hat sich gelohnt: Luise Döls (als Abigail, von links), Celine Scholl (als Margaret), Iris Damen (Regie), Lisa Schreiber (Mary Warren) und Paula Köthe (Susan Walcott) von der Kleinen Bühne Schwalm-Eder haben mit ihrer Jugendgruppe den 2. Platz des KiJu-Theaterpreises des Verbands Hessischer Amateurbühnen gewonnen. Foto: Leissa

Homberg. Die Jugendlichen der Kleinen Bühne Homberg sind für ihre Inszenierung der "Hexenjagd" von Arthur Miller mit dem 2. Preis der hessischen Amateurbühnen ausgezeichnet worden.

Essen, beten, arbeiten und schlafen – in der US-amerikanischen Kleinstadt Salem im Jahr 1692 haben die jungen Menschen kaum Raum für Freude. Einige Mädchen brechen aus dem Alltag heraus, gehen nachts heimlich in den Wald und feiern zum Jux okkulte Rituale. „Hexenjagd“ heißt das anspruchsvolle Stück von Arthur Miller, das die Jugendgruppe der Kleinen Bühne Schwalm-Eder vor zwei Jahren dem Homberger Publikum vorführte.

Neben abendfüllenden Aufführungen konnten die Jugendlichen der Amateurtheatergruppe nun weitere Lorbeeren ernten: Der Verband Hessischer Amateurbühnen hat die Gruppe mit dem 2. Platz des diesjährigen KiJu-Theaterpreises ausgezeichnet.

„Wir wollten mal etwas anderes auf die Bühne bringen und haben dafür Hexenjagd ins Auge gefasst“, erzählt Luise Döls, die gemeinsam mit ihrer Schauspielkollegin Iris Damen die Regie führte.

Die Jugendgruppe, bestehend aus Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren, inszeniert sonst weitestgehend Märchen- und Kinderstücke. Döls übernahm auch die Hauptrolle in Hexenjagd: Sie spielte Abigail Williams, die Anführerin der Mädchengruppe, die beginnt, ihre Mitmenschen als Hexen zu verleumden. Eine Mammutaufgabe mussten die Jugendlichen bewältigen, bevor überhaupt geprobt werden konnte: Das Originaldrehbuch ist fast drei Stunden lang. Die jungen Schauspieler kürzten mit Hilfe von Iris Damen das umfangreiche Bühnenstück auf etwa eineinhalb Stunden Dauer. Danach kamen die teilweise anstrengenden Proben auf den Plan, erinnern sich Celine Scholl, Lisa Schreiber und Paula Köthe.

Besonders Lisa Schreiber konnte von den intensiven Probearbeiten ein Lied singen. Die Abiturientin musste nicht nur nebenbei für ihre Prüfungen büffeln – durch ihre Rolle Mary Warren, die an dem Lügengespinst der Mädchengruppe und ihren eigenen moralischen Vorstellungen zerbricht, wurde es auch handgreiflich auf der Bühne: „Ich wurde viel herum geschubst und hatte auch blaue Flecke“, sagt Schreiber lachend. Alles nur Spaß, wissen die jungen Schauspieler. Mit ihrer Leistung auf der Bühne überzeugten sie nun die Jury des Theaterpreises.

Intensives Bühnenstück: Eine Szene aus der Aufführung von „Hexenjagd“ in Homberg. Foto: Wilfried Rockensüß /nh

Den zweiten Platz teilt sich die Jugendgruppe der Kleinen Bühne Schwalm-Eder mit jugendlichen Schauspielern aus Mengeringhausen (Bad Arolsen). „Unsere Ausdrucksstärke war gut. Die Jury lobte unsere Aussprache und unsere hervorragende schauspielerische Leistung“, sagt Iris Damen, die als Teil der Erwachsenengruppe der Kleinen Bühne für „Hexenjagd“ aushalf.

Derzeit probt die Jugendgruppe ihr neuestes Stück „Die roten Nasen“. Mit dabei 27 neue Jungschauspieler, die „Hexenjagd“ gesehen hatten und Lust auf Theater bekamen.

Der Verband Hessischer Amateurbühnen vergibt laut Damen erst wieder in zwei Jahren einen Jugendtheaterpreis. Dann aber wollen auch die Jugendlichen aus Homberg wieder zeigen, was sie können. Das Stück, das hoffentlich das nächste Mal den 1. Platz sichert, sei aber noch nicht ausgesucht.

Quelle: HNA

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