Woche gegen Rassismus

Homberger Stadtteilagentur lud ans warme Buffet

Bunte Vielfalt am Suppentopf: Emilia Nisgutski, Olga Jung, Hammond Alali, Klaus Herz, Manager der Stadtteilagentur, Niroja Rambarlachandran, Antonia Brill, Chun Hua Jiang, Paul und Petra Narajan (von links) in Homberg.   Fotos: Thiery

Homberg. Paul Narayan lebt seit 14 Jahren in Homberg - und das gerne. Der Fidschianer arbeitet deshalb zusammen mit seiner Frau Petra in der Stadtteilagentur, um auch anderen Menschen aus fremden Nationen, die jetzt in Homberg leben, Mut machen, sich einzubringen.

Die Stadtteilagentur hatte am Freitag zum Abschluss der „Woche gegen Rassismus“ an den Suppentopf eingeladen.

Das Ehepaar Narayan hatte eine Papayasuppe gekocht, wie sie auf den Fidschis gern gegessen wird. Das ist eine Kokosmilchsuppe, die durch die Frucht eine süßliche Note bekommt, erklärte Petra Narayan. Das erinnere ein wenig an die thailändische Küche. Nur die Papaya, die es hier gebe, sei natürlich lange nicht so gut und so frisch wie auf den Fidschis.

Sie ließen es sich schmecken: Arsenjij Jung, Ladislay, Marie und Anastasia Nisgutski (hinten) löffelten vergnügt ihr Süppchen.

So locker wurde an vielen der zwölf Suppentöpfe geplaudert, die Homberger Bewohner verschiedener Nationalitäten gekocht hatten. Türkische Joghurtsuppe, Kokossuppe aus Sri Lanka, Gemüsesuppe aus Kasachstan und französische Zwiebelsuppe gehörten dazu. Man kostete hier und da und lernte so viel über den Geschmack und die Zutaten. Noch ein bisschen Salz, da noch etwas Kokosmilch dazu. Wie viele Zwiebeln kommen eigentlich in die Suppe? Es ging bunt durcheinander.

Einige der Teilnehmer hatten bereits schon vorher zusammen gekocht, andere brachten die Töpfe mit und wärmten sie in der Küche auf. „Beim Essen redet es sich leichter“, sagte Klaus Herz, Manager der Agentur. Beim Probieren und Rezeptetauschen komme man automatisch ins Gespräch.

Das Suppenessen habe seine Wurzeln in Frankreich, dort koche man seit über 50 Jahren zusammen, um neue Einwohner zu integrieren, sagte Herz. „Grenzen und Vorurteile ließen sich beim Essen leichter ausräumen“, meinte Hertz. „Liebe geht durch den Magen“, fügte Stefan Brieger vom Internationalen Bund hinzu. „Wir wollen den rassistischen Gedanken entgegenwirken, indem sich die Menschen kennen lernen.“

Bewohner rund um den Bahnhof, alteingesessene Homberger und neuangekommene Flüchtlinge kamen zum Suppenabend zusammen.

Almut Ermke aus Wabern kümmert sich intensiv um Flüchtlinge, sie hilft beim Umziehen und Einrichten und erfährt dabei eine große Hilfsbereitschaft. „Viele sprechen mich an und bringen Kleidung und Möbel vorbei, die ich dann verteile.“

Das Thema Rassismus wurde in der Woche gegen Rassismus mit Buchvorstellungen und Filmen von vielen Seiten beleuchtet, sagte Klaus Herz. Nach dem Essen wurde ein Film über Nelson Mandela gezeigt, der für die Anti-Apartheid in Südafrika steht.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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