Lieferungen alle zwei Wochen nach Nordhessen 

Homberger stellt Biokäse auf der Schwäbischen Alb her

+
Sie leben auf der Alb: Der gebürtige Homberger Steffen Rübeling mit seiner Frau Maria Ehrlich und den beiden Söhnen Anton und Paul Ehrlich.

Homberg/Langenenslingen. Es ist echte Handarbeit, die der gebürtige Homberger Steffen Rübeling mit seiner Familie auf ihrem Hof auf der Schwäbischen Alb leistet.

Sie bewirtschaften einen Bio-Milchziegenbetrieb, stellen ihren Käse selbst her. Und nach knapp 20 Jahren kehrt nun ein Stück von Steffen Rübeling zurück in die Heimat. Seinen Käse gibt es beim Biohof Groß in Mühlhausen zu kaufen. Es ist der Probelauf für eine Kooperation über Landesgrenzen hinweg.

„Nordhessen ist nach wie vor meine Heimat“, sagt Steffen Rübeling. Familie und Freunde fragten ihn oft, ob sie seinen Ziegenkäse auch in der Region kaufen könnten. „Die brachten mich auf die Idee, das einfach mal zu probieren.“ Auch aus diesem Grund sei es eine Chance für ihn, seinen Käse nun auch in Homberg anbieten zu können.

Ein Käse, zu dessen Herstellung der 39-jährige Agraringenieur ganz zufällig gekommen ist. Lange war er mit seiner Frau Maria auf Höfen unterwegs, arbeitete nach dem Studium unter anderem bei einem Öko-Milchviehbetrieb und in einer Schäferei. Irgendwann sei der Entschluss gereift, einen eigenen Betrieb bewirtschaften zu wollen. „Wir wollten aber keinen Selbstversorgerhof, sondern etwas mit landwirtschaftlichen Strukturen“, erzählt Rübeling.

2011 schließlich verloren sie ihr Herz an einen Milchziegenbetrieb in Langenenslingen auf der Schwäbischen Alb. Auf 40 Hektar Land melken die Eltern zweier Söhne und einer Tochter inzwischen 120 Ziegen im Jahr, vermarkten ihren Ziegenkäse schwerpunktmäßig regional. „Wir beliefern viele Läden und Käsehändler in der Region“, berichtet der 39-Jährige, der an der Theodor-Heuss-Schule sein Abitur abgelegt hat.

Bei der Käseherstellung: Maria Ehrlich bearbeitet hier Lab. Daraus wird später ein Camembert entstehen.

Mit vier bis fünf Mitarbeitern käst die Familie ihre Produkte noch ohne große Maschinen. „Das ist nicht aufwendiger, als Kuhmilch zu verarbeiten.“

Und die Palette ist groß: Neben klassischem Frischkäse bietet Rübeling Weichkäse, Camembert und Schnittkäse an. Zwischen 23 und 33 Euro müssen für ein Kilo Käse gezahlt werden – je nachdem, für welche Sorte Kunden sich entscheiden. Ein fünf Monate lang gereifter Bergkäse kostet etwa 3,30 Euro pro 100 Gramm, sagt Rübeling.

All diese Sorten gibt es bereits beim Biohof Groß zu kaufen, die erste Lieferung ist schon raus. Alle zwei Wochen soll zunächst eine Lieferung aus der Schwäbischen Alb in Nordhessen ankommen. „Wie oft wir dann tatsächlich liefern, hängt davon ab, wie die Verkäufe sind.“

Gekühlt und als Paket verschickt, kommt der Käse dann in Homberg an. Oder eben mit einem privaten Kurier. Denn häufig würde auch Besuch von zu Hause den Käse mit in die Region nehmen, erzählt der 39-Jährige.

Die Überlegung, wieder ganz nach Homberg zurückzukommen, gebe es aber nicht. „Wir fühlen uns wohl auf unserem Hof.“

Mehr als 50 Sorten Käse im Angebot

In der Regel geht der Biohof Groß aus Mühlhausen Kooperationen mit Höfen in der Region ein. Von diesen würde überwiegend Käse und Honig angeboten, sagt Florian Werle, Geschäftsführer der Hofladen GbR. 

Die Erzeugnisse des Milchziegenbetriebs des Ex-Hombergers Steffen Rübeling aber seien willkommen. Denn der Hofladen in Mühlhausen bietet mehr als 50 Sorten Käse. Und: „Es ist schwer, guten deutschen Bioziegenkäse zu finden“, sagt Werle. Seit etwa einem Monat läuft die Kooperation, sie sei gut angelaufen, berichtet der Geschäftsführer. „Es ist uns wichtig, kleine Produzenten zu fördern, die etwas entwickeln.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare