Homberger Wirtin fühlt sich von Stadt allein gelassen

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Müssen auf engem Raum auskommen: Andrea Fischer und ihr Koch in der Küche der Gaststätte zum Burgberg.

Homberg. Fängt Andrea Fischer erst einmal damit an aufzuzählen, welche Mängel es in der Burgberg-Gaststätte hoch oben auf dem Schlossberg über Homberg gibt, dann redet sie ohne Punkt und Komma. „Gefache stehen raus, und dadurch kommt Feuchtigkeit in die Küche.

Viele Geräte in der Küche sind über 15 Jahre alt, verschlissen und manche sogar defekt. Die neuen Türen zur Terrasse dürfen nicht geöffnet werden, weil sie nicht entsprechend sicher eingebaut wurden“, sagt Fischer. Doch trotz der Widrigkeiten hängt die Wirtin an ihrem Restaurant „Zum Burgberg“. „Ich mache das hier mit Herz und Energie.“ Doch müsse sich einiges ändern.

„Der Zustand des Gebäudes hat sich verschlechtert. Ich fühle mich allein gelassen“, sagt sie im HNA-Gespräch. Allein gelassen auch deshalb, weil sie, wie sie sagt, seit dem Frühjahr versucht, einen Termin mit Bürgermeister Martin Wagner zu erhalten, dieser aber bislang keine Zeit für sie gehabt habe (siehe „Das sagt“).

Betrieb erheblich gestört

Reparaturen der defekten Geräte würden sich meist nicht mehr lohnen, sagt Fischer. Für Neuanschaffungen sei der Pächter, die Stadt Homberg, zuständig. Schon fallen ihr weitere Mängel ein: „Der Herd hat nur vier Flammen und müsste mindestens sechs haben, um vernünftig arbeiten zu können. Die Saladette funktioniert auch nicht einwandfrei, oft musste ich Salate wegschmeißen“, sagt Fischer und schüttelt mit dem Kopf. Der Betrieb der Gaststätte sei in den vergangenen Jahren mehrfach erheblich gestört und behindert worden, schreibt Fischer in einem offenen Brief an die Homberger Stadtverordneten.

Für die 33-jährige Gastronomin ist der Brief so etwas wie ein Hilferuf, denn auch von Mitarbeitern der Stadtverwaltung fühle sie sich als Pächterin schlecht behandelt, fast schon gemobbt. Die Vorwürfe wiegen schwer. Fischer sagt, dass sie weiterkämpfen will, für ihr Restaurant. „Wir leisten und bieten hier viel, und das soll auch so bleiben.“

Irritiert sei sei, weil in Homberg das Gerücht die Runde macht, dass man ihr kündigen wolle. Es sei die Rede davon, dass ein französisches Restaurant in der Burg eröffnen solle.

Keine Informationen

Die Sorge davor, dass sie ihre Existenz verlieren könnte ist groß bei Andrea Fischer. Hinzu kommt: Ihr Pachtvertrag läuft bis zum 28. November und kann bis zu drei Monate vorher von der Stadt gekündigt werden – also bis Ende August.

Noch habe sie von der Stadtverwaltung keine Informationen darüber, ob und wie es für sie weitergehe. „Ich würde gerne neue Konditionen aushandeln, die Nebenkosten fressen mich auf“, sagt sie mit Blick auf hohe Heizkosten. Diese fielen wegen der schlechten Dämmung des Gebäudes an.

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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