Geringere Stärke der Bienenvölker

Honig im Wolfhager Land: Eine miese Saison

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Sie hatten keine gute Saison: Eine Biene sitzt auf einem Winterling. In diesem Jahr klagen die Imker über deutliche Einbußen bei der Honig-Ernte, in unseren Gefilden gab es nurgut die Hälfte des durchschnittlichen Ertrags.

Wolfhager Land. Die Honig-Ernte in diesem Jahr fällt dramatisch schlecht aus: Während in Südhessen gar komplette Ausfälle zu verzeichnen sind, ist im Wolfhager Land nur gut die Hälfte der durchschnittlichen Erträge zusammengekommen, sagt Richard Trutti vom Kreisimkerverein Wolfhagen.

Üblicherweise sorgt ein Bienenvolk für etwa 40 Kilogramm Honig, diesmal liegt der Wert nur bei circa 25 Kilogramm sagt der Vorsitzende des Wolfhager Imkervereins. Als Gründe für die schlechte Ernte nennt Trutti einerseits die schlechten Witterungsverhältnisse. Dadurch, dass es viel Regen in diesem Sommer gab, seien die Bienen faul gewesen.

Im Gegensatz zu Hummeln etwa, hätten viele Völker ihre Stämme dadurch seltener verlassen, um auf Nektarsuche zu gehen. Andererseits seien die Bienenvölker in ihrer Stärke geringer ausgeprägt, als in Jahren zuvor. Normalerweise bilden bis zu 70.000 Bienen ein Volk, diesmal betrug die Zahl teilweise unter 50.000. Dann seien die Bienen gerade noch in der Lage, sich selbst zu versorgen.

Ein Problem Varoa-Milbe

Für die geringere Anzahl sorgte auch wieder ein altbekanntes Problem: die Varoa-Milbe. Bereits seit Ende der 70er Jahre bereitet die Milbe, ursprünglich aus Afrika, den heimischen Imkern Sorgen, sagt Trutti.

Sie saugt den Bienen das Blut aus, frisst ihre Flügel und sorgt dafür, dass die Insekten geschwächt werden. Trotz inzwischen wirksamer Gegenmittel wie Ameisen-, Milch- oder Oxalsäure, sei das Milbenproblem nicht komplett in den Griff zu bekommen.

Dies bedeute einen höheren Arbeitsaufwand für die Imker, um die Bienenvölker entsprechend zu pflegen und vor der Milbe zu schützen.

Dies sei aus seiner Sicht auch ein Grund für die stagnierenden beziehungsweise sinkenden Imkerzahlen, sagt Richard Trutti.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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