Naturdrogen in der Szene beliebt - Diebe unterwegs

Hortensien dienen als Haschisch-Ersatz

Wolfhager Land. Naturdrogen sind im Kommen. Diese Befürchtung verdichtet sich in Expertenkreisen. Besonders beliebt als Haschisch-Ersatz ist dabei die Gartenblume Hortensie. Auf dem Teichberg in Wolfhagen kam es aktuell zu mehreren Diebstählen in Vorgärten. Vor allem in der Ulmenstraße bei Dieter Bender schlugen die unbekannten Täter zu. „Sie haben alle drei Büsche geplündert“, so der Wolfhager.

Die Vorfälle sind nicht die ersten in der Region. Auch im benachbarten Hofgeismar ermittelt die Polizei derzeit. Diebstähle von Hortensienbestandteilen wurden auch aus Hann. Münden und Fuldatal gemeldet.

Auch wenn der Hortensien-Diebstahl kein Massendelikt sei, so Polizeisprecher Torsten Werner, so komme er immer wieder vor. Seines Wissens würden Teile der Pflanze - er gehe davon aus, dass es die Blütendolde ist – getrocknet, gemahlen, mit Tabak vermischt und anschließend geraucht.

Hanne Beyl, Apothekerin in Bad Emstal, kann vor dem Konsum nur warnen. „Beim Verbrennen wird hochgiftige Blausäure freigesetzt. Das ist hochgradig gesundheitsgefährdend.“ Sie verweist auf die Onlineausgabe der „Pharmazeutischen Zeitung“. Darin wird der Hortensie (Hydrangea) eine berauschende Wirkung nachgesagt. Triebe, Blüten und Blätter würden geraucht. Gerade die Blumen-Joints sollen eine ähnliche Wirkung haben wie Marihuana. Bei Jugendlichen sollen die Hortensientriebe als Haschischersatz beliebt sein.

Vom Rauchen wird aber dringend abgeraten. „Hortensien sind Zierpflanzen und nicht zum Rauchen geeignet, wir empfehlen dringend, die Finger davon zu lassen“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes, Karin Müller. Und die Medizinerin ergänzt: „Wir warnen dringend davor, sich aus Hortensien ein Kraut zu drehen, das kann lebensgefährlich werden.“

Von Bea Ricken und Katrin Maiterth

Quelle: HNA

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