Die 72 Einwohner Salmshausens haben sich auf ihren 750. Dorfgeburtstag vorbereitet

Hübsch machen fürs Fest

Alle für Salmshausen: Die Bewohner des Dörfchens bereiten gemeinsam ihr Jubiläum vor. Besonders schön finden die Salmshäuser ihre Lindenallee, die von der Bundesstraße zum Ort hinführt. Foto: Schittelkopp

Salmshausen. Seit dem Frühjahr sind die Anwohner mit den Vorbereitungen beschäftigt. Sie hübschten ihr Dorf auf, um es für die Feierlichkeiten ansprechend zu gestalten.

So wurde die Zufahrtsstraße neu geteert und die Buswartehäuschen bekamen einen neuen Anstrich, Jubiläumsschilder wurden aufgestellt. Die Metallstangen dafür fertigte Ortsbeiratsmitglied Horst Wahl in seinen ersten Tagen als Rentner an.

Gemütliches Beisammensein

„Es wird kein pompöses Fest“, sagte Bürgermeister Andreas Schultheis, „das würde auch nicht zu Salmshausen passen.“ Vielmehr freuen sich die Bewohner auf ein gemütliches Zusammensein mit ihren Gasten aus nah und fern. Per Beamer werden Fotos und Erinnerungen während der Feierlichkeiten auf die Wand der Maschinenhalle geworfen.

Durch die wurde das 72-Seelen-Dorf im Herzen der Schwalm vielen jungen Menschen bekannt. 20 Jahre lang fanden in Salmshausen Abiturfeten der umliegenden Gymnasien statt. Wo zwischen 1990 und 2010 die Schüler ausgiebig tanzten, finden am Wochenende die Feierlichkeiten zum 750. Geburtstag des Dörfchens statt.

Salmshausen ist landwirtschaftlich geprägt. Die Höfe tragen noch die alten Familiennamen – sehr zur Verwirrung von Zugereisten – wie Eckerts Hof, egal wer sich mittlerweile dort niedergelassen hat.

Das kleine idyllische Dorf erreichen Besucher durch eine Lindenallee, die von der Bundesstraße zum Ort hinführt. „Immer wenn man aus dem Urlaub kommt, habe ich dort das Gefühl, wieder zu Hause zu sein“, sagte Helga Wahl. Die Allee bezeichnen die Salmshäuser als einen der schönsten Fleckchen im Ort.

„Wenn es hart auf hart kommt, halten alle zusammen.“

Horst Wahl

Heike Knauf zog vor sechs Wochen von Leimsfeld nach Salmshausen, Heimweh hat sie bisher keins. „Ich würde nur in New York leben wollen oder hier“, scherzte sie. Die Dorfgemeinschaft lobt Horst Wahl besonders: „Wenn es hart auf hart kommt, halten alle zusammen“, sagte er. Deshalb wohne er gern in Salmshausen.

Der kleinste Schrecksbächer Ortsteil erlebte schon so Einiges in seiner Geschichte: Im Dreißigjährigen Krieg wurde Salmshausen am 14. November 1640, im Zuge der Schlacht bei Riebelsdorf, ebenso wie Niedergrenzebach, Steina, Leimbach, Loshausen, Ransbach und Zella von kaiserlichen Truppen des Generals Hans Rudolf von Breda niedergebrannt. Die mächtige Kirche wurde zerstört, der Ort später wieder aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch die Flüchtlinge.

Ein aktiver Verein ist im Dorf erhalten geblieben: Die Feuerwehr mit 29 Mitgliedern und einem Einsatzfahrzeug. Hilfe bekommen die Salmshäuser bei ihrer Feier von Schrecksbacher Vereinen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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