Hüftprobleme beim Schäferhund: Züchter informierten sich in Frielendorf

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Hund im Mittelpunkt: (von links) Wilfried Scheld und Dr. Bernd Tellhelm informierten zu Krankheiten und Züchtungen.

Frielendorf. Fünfzig Schäferhundezüchter aus ganz Deutschland trafen sich am Samstag in der Silberseealm in Frielendorf - ausnahmsweise ohne Hund - zum ersten Züchter- und Diskussionsabend. Eingeladen hatte die Ortsgruppe Homberg des Vereins für Deutsche Schäferhunde unter Leitung von Norbert Wettlaufer.

Auf der Agenda der Vortragsveranstaltung standen „Auswertungen und Auswirkungen der Hüftgelenkdysplasie und Ellenbogendysplasie" sowie „Herdengebrauchshunde und Langstockhaar Deutsche Schäferhunde".

Beides Themen, welche die Gemeinschaft der Schäferhundefreunde aktuell sehr stark beschäftigt und bei denen großer Informations- und Aufklärungsbedarf besteht, erklärten Veranstalter und Referenten übereinstimmend.

„Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie ist, genauso wie die Ellenbogendysplasie, eine genetisch bedingte Fehlentwicklung des Hüft- beziehungsweise Ellenbogengelenks“, erklärt Referent Dr. Bernd Tellhem aus Gießen das erste Schwerpunktthema des Nachmittags. Betroffen seien vor allem sämtliche großgewachsen Hunderassen, nicht nur Schäferhunde und auch bei Hauskatzen könne diese Krankheit auftreten. Ziel seines Vortrags war es, die Züchter für die Problematik zu sensibilisieren.

Schmerzen lindern 

„Man kann Hüftdysplasie nicht heilen, sondern nur das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern oder die Schmerzen reduzieren“, so der Tierarzt in seinem Fazit. Daher sei es umso wichtiger, dass die Züchter im Sinne der gesamten Rasse und der Tiere denken und Eigennutz hinten anstellen. Nur durch gezielte Zucht könne man die Krankheit zurückdrängen. Dankenswerterweise fahre auch der Verein für Deutsche Schäferhunde eine strenge Linie.

Zweiter Referent des Züchter- und Diskussionsabends war Wilfried Scheld. Sein Thema war der Langstockhaar Deutsche Schäferhund. Im Unterschied zum klassischen Schäferhund zeichnet sich der langstockhaarige Schäferhund durch längeres, nicht immer gerades und vor allem nicht straff am Körper anliegendes Haar aus. „Der Langstockhaar ist eigentlich die urtümlichere Variante“, erklärte Scheld die Entwicklung. Erst durch gezielte Züchtung seit 1890 entstand die Kurzhaarvariante. Auch die Hundezucht sei stark geprägt von menschlichen Schönheitsvorstellungen.

Zurück zu den Wurzeln 

Seit einiger Zeit erlebe der langstockhaarige Schäferhund aber wieder ein Comeback. „Der Langstockhaar ist zurzeit eine der wenigen Varianten mit Wachstum. Immer mehr Züchter entscheiden sich für diese Schäferhundart. Quasi zurück zu den Wurzeln“, so Scheld.

Initiator Norbert Wettlaufer zeigte sich mit dem Verlauf des Nachmittags mehr als zufrieden. „Die Auseinandersetzung mit solch komplexen und kontroversen Themen ist auch ein Zeichen für die Modernität und Offenheit unseres Verbands,“ zog er ein positives Fazit.

Die Diskussionsrunde am Silbersee bildetet den Startschuss einer ganzen Serie von Vortragsveranstaltungen. Zukünftig wollen sich die Hundefreunde zweimal im Jahr fortbilden und informieren.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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