Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzbergers Lieblingsplatz im Naturpark ist ein alter Grenzstein

Auf dem Hügel der Kelten

Platz zum Abschalten: Auf dem Grenzstein unterhalb des Hohen Dörnbergs lässt sich Dr. Udo Schlitzberger gerne nieder, um die Landschaft zu bestaunen. Foto: Thon

Zierenberg. Eine Zigarillolänge. Mehr braucht es nicht, um die Magie des Ortes zu erspüren. Dr. Udo Schlitzberger zieht es regelmäßig zum alten Grenzstein unterhalb des Hohen Dörnbergs. Am liebsten im Mai, wenn die Natur ihr grünstes Kleid übergestreift hat, die Bäume und Blumen blühen. Aber auch im Winter bei klirrender Kälte und Schnee stapft der frühere Landrat mit Begeisterung den Berg hinauf und lässt sich von der Strahlkraft des Ortes gefangen nehmen, den er für einen der schönsten im Landkreis Kassel hält.

Auf dem Grenzstein nimmt er Platz, zündet sich einen Zigarillo an und lässt den Blick schweifen übers Kasseler Becken. Seinen Heimatort Fürstenwald kann er zwar nicht ganz erkennen, der liegt im Schatten eines kleinen Wäldchens. Dafür reckt sich am Horizont der Herkules empor. Den Tuffstein für das den Halbgott tragenden Oktogon ließ Landgraf Karl von Hessen-Kassel am Dörnberg aus dem Gelände brechen – nur einen Steinwurf von Schlitzbergers Lieblingsplatz entfernt.

Und da ist noch etwas, das den begeisterten Hobby-Archäologen fasziniert. Ein uralter Ringwall deutet sich in der Landschaft zwischen Dörnberg und Helfenstein an – die Immelburg. Erst vor vier Jahren haben Wissenschaftler das Gelände geophysikalisch untersucht. Sie wiesen anhand von Steinmauern und Keramikfunden Siedlungsspuren der Kelten nach, die zurückreichen bis in die Zeit vor 2500 Jahren.

Seit seiner Pensionierung bemüht sich Udo Schlitzberger, seinen Hausberg einmal pro Monat zu besuchen. „Man kann hier oben ganz wunderbar abschalten.“ Selbst an Tagen, an denen auf dem Dörnberg viele Menschen unterwegs seien, könne man für sich bleiben.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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