Fachwerkhaus müsste für Bauabschnitt weichen

Hürde für neues Dienstleistungszentrum: Fachwerkhaus müsste weichen

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Schwebendes Verfahren: Für das Haus in der Flämmergasse 7 will die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

Melsungen. Das Dienstleistungszentrum in Melsungen soll erweitert werden. In einem zweiten Bauabschnitt möchte die Stadt auch einen zusätzlichen Durchgang von der Innenstadt zum Zentrum Am Sand schaffen. Ein Fachwerkhaus an der Flämmergasse soll dafür abgerissen werden. Doch der neue Eigentümer stellt sich quer.

„Wir wollen das Gelände, um das Dienstleistungszentrum damit aufzuwerten“, sagt Bauamtsleiter Martin Dohmann. In dem Haus der alten Videothek - an der Flämmergasse 9 - ist ein neues Domizil für Stadtbücherei, Partnerschaftsverein und Kulturinitiative geplant. Ein Durchbruch zum dahinter liegenden alten Sitz der Starthilfe schafft einen großen Multifunktionsraum. Nebenstehende Häuser sollen Platz für einen Durchgang von der Stadt zum Dienstleistungszentrum machen.

Städteentwicklungsausschuss und Parlament haben dem Vorhaben zugestimmt. Baubeginn ist im Frühjahr. Daran ändert nach Angaben von Dohmann auch der Eigentümerwechsel der Haushälfte an der Flämmergasse 7 nichts. „Wir üben unser Vorkaufsrecht aus“, sagt der Leiter des Bauamts.

Mit Zetteln: Neuer Eigentümer will Haus erhalten.

Im vergangenen Juli verkaufte der ehemalige Eigentümer das seit mehreren Jahren unbewohnte Haus an einen Mann aus Melsungen. Das geschah entgegen zuvor gemachter Absprachen. Der neue Eigentümer möchte namentlich nicht genannt werden. Das Haus habe er auf Anraten eines Bekannten gekauft. „Das Dienstleistungszentrum braucht keinen weiteren Zugang“, sagt er. Aus Denkmalschutzgründen möchte er es erhalten. Mit gelben Zetteln an seinem Haus macht er auf die Bedeutung des Schutzes von alten Gebäuden aufmerksam. Auch mit der Sanierung habe er schon begonnen. Der alte Fußboden ist raus und eine neue Dachrinne wird gerade angebracht.

Allerdings sind diese Arbeiten nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Unter anderem müssten die alten Balken ausgetauscht werden. Vor zwei Jahren ließ die Stadt den Fußgängerweg vor dem Haus sperren, weil Teile des Daches gefallen waren.

„Das Haus ist wirtschaftlich nicht sanierungsfähig“, sagt Dohmann. Das wurde von einem Gutachter bestätigt. Auch die Denkmalpflege stimmte einem Abriss zu. Noch ist nicht sicher, ob die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen kann. Der neue Eigentümer hat sich einen Anwalt genommen und Widerspruch eingelegt. Nun muss das Gericht entscheiden. „Wie schnell das geht, ist noch unklar“, sagt Martin Dohmann. Mehr in der gedruckten Ausgabe

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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