Schäden nach Orkan Kyrill

Hüttenfest statt Kapitulation: Spenden sammeln für zerstörte Schutzhütten

Spielen an der Schutzhütte: Die Silberberg-Musikanten. Fotos: Archiv

Hülsa. Kapitulieren - das ist nicht die Sache von Rainer Krause und seinen Mitstreitern des Heimat- und Verkehrsvereins Hülsa. Nachdem 2007 der Orkan Kyrill die Harthweg-Hütte in Hülsa zerstört hatte, machten sie sich auf den Weg, um Geld für die Reparatur einzutreiben - keine leichte Aufgabe.

„Die Hütte blieb erstmal vergammelt stehen. Ich hatte gleich nach Kyrill bei Hessen Forst angefragt, ob sie sie reparieren“, sagt Krause. Doch ohne Erfolg. Entmutigen ließ er sich davon nicht. „Ich habe gedacht, dass es doch eine Möglichkeit geben muss“, erklärt er.

Schließlich nahm der Verein im vergangenen Jahr an der Aktion 175 Projekte der Kreissparkasse Schwalm-Eder teil und hatte Glück. „Uns wurde finanzielle Unterstützung zugesagt. Doch diese reichte für die Reparatur nicht aus“, sagt Krause. Schließlich habe er seine Freunde der Silberberg Musikanten um Hilfe gebeten. Mit einem Konzert unterstützten diese prompt das erste Hüttenfest im vergangenen Jahr. Mit dem Erlös daraus wurde endlich die Harthweg-Hütte repariert. „Inzwischen haben wir mit viel Eigenleistung und persönlichem Einsatz zwei weitere Schutzhütten, die Ochsenstall und die Waldlehrpfad-Hütte instandgesetzt“, so Krause.

Rainer Krause

Doch das ist längst noch kein Grund zum Ausruhen für Krause und seine Mitstreiter: An so mancher Hütte nage der Zahn der Zeit. So auch an der Ferdinand-Kankowski-Hütte, die als nächstes repariert werden soll. „Drei weitere wollen wir nächstes Jahr renovieren“, sagt Krause. „Wir Wanderer nehmen die Hütten regelmäßig in Beschlag, und uns ist aufgefallen, dass nicht mehr alle in einem guten Zustand sind und eher vernachlässigt wurden“, erklärt er. Das sei auch kein Wunder, schließlich seien die meisten schon 30 Jahre und älter. Dächer seien kaputt, Balken morsch und für die Reparaturen fehle den Städten und Gemeinden das Geld. „Alleine in und um Hülsa stehen acht Schutzhütten, die nur mit viel ehrenamtlicher Tätigkeit auf Vordermann gebracht werden können. Wir rechnen je nach Größe und Zustand mit bis zu 40 Arbeitsstunden pro Hütte“, sagt Krause. In den 80er Jahren wurden einige dieser Hütten vom Heimat- und Verkehrsverein Hülsa gekauft.

Das erste Hüttenfest kam so gut an, dass es eine zweite Auflage geben wird: Gewandert und gefeiert wird am Samstag, 30. August, wieder mit den Silberberg-Musikanten. Auch diesmal ist der Erlös für die Schutzhütten bestimmt, denn eines wollen Rainer Krause und seine Mitstreiter ganz sicher nicht: kapitulieren.

• Hüttenfest, Samstag, 30. August, ab 14 Uhr, an der Homberger Hütte zwischen Steindorf und Leuderode mit den Silberberg-Musikanten. Wer dorthin wandern möchte, kommt von Hülsa, Steindorf, Allmuthshausen und Leuderoder zum Silberberg und zur Homberger Hütte.

Planwagen: Treffpunkt an der Kirche, 13.30 Uhr, jeweils von Lenderscheid, Allmuthshausen und Hülsa.

Auto: Allmuthshausen in Richtung Leuderode und dann über den R.-Heitkamp-Weg.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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