Europäischer Kulturfernwanderweg: Neue Wegschleife führt über Frankenhain und Treysa

Den Hugenotten auf der Spur

Flyer ist in Arbeit: Damit beschäftigt sind Pfarrer Dieter Schindelmann, Gerhard Hosemann, Armin Happel, Bernd Raubert und Reinhart Darmstadt (von links). Fotos:  Rose

Frankenhain. Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser können Wanderer ab sofort die Region erkunden: Und zwar auf einem 72 Kilometer langen Rundweg von Schwabendorf nach Hertingshausen, zwei Hugenottendörfern. Vom Hauptweg aus führen Rundwege zu Hugenotten- und Waldensergemeinde – auch nach Frankenhain und Treysa.

Am Konzept mitgearbeitet haben der Hugenotten- und Geschichtsverein Frankenhain, die Kirchengemeinde Franz von Roques, der Stadtgeschichtliche Arbeitskreis und der Knüllgebirgsverein. Gerade sind Gerhard Hosemann und Gerhard Mauch noch mit der Markierung der Wege beschäftigt.

Broschüre in Arbeit

In Arbeit ist aktuell auch eine Broschüre, die die Wanderer lenken soll. Auf dem Weg wird Geschichte lebendig, vorbei am Friedhof in Frankenhain, am Hugenottenplatz, dem Haus Ferreau und der Kirche. In Treysa sind die Häuser Nazareth und Emmaus und die Hephata-Kirche hugenottisch bedeutende Orte, ebenso die Hospitalskapelle, das Rathaus, das Haus im Bettelshain 4 und die Stadtkirche.

Für die erläuternden Texte zeichnet Bernd Raubert vom Stadtgeschichtlichen Arbeitskreis verantwortlich, die Gestaltung der Broschüre liegt in den Händen von Armin Happel.

Um das Projekt realisiere zu können, waren nicht nur ideelle Anstrengungen gefragt, sondern auch finanzielle: 10 000 Euro kamen aus dem Leader-Programm, aus kommunalen und Landestöpfen. „5000 Euro mussten wir selbst aufbringen“, erklärt Frankenhains Ortsvorsteher Reinhart Darmstadt. Als Sponsoren konnten regionale Firmen, aber auch Privatpersonen, gewonnen werden.

Die Mitglieder des Knüllgebirgsvereins übernehmen die Markierung und die künftige Pflege. In Frankenhain kümmert sich der Hugenotten- und Geschichtsverein noch um Hausschilder – vom Mitteldorf in Richtung Kirche, auch Alt-Frankenhain genannt.

Infoheft in Planung

Ziel der Wegschleife sei, Interesse zu wecken und Geschichte erlebbar zu machen, sagt Hosemann. Wünschenswert sei, dass sich die örtliche Gastronomie darauf einstelle: „Etwa mit hugenottischen Gerichten auf der Karte“, wünscht sich Darmstadt.

Außer Frage stünde, dass es damals eine ungeheuerliche Integrationsleistung gewesen sein muss, die Flüchtlinge über den ersten Winter zu kriegen.

„Dazu ließ der Landgraf das Ziegenhainer Kornhaus öffnen“, erklärt Raubert. Um die Geschichte noch ausführlicher darstellen zu können, ist ein weiteres Informationsheftchen in Planung.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare