Kasseler Comedian im Wolfhager Kulturzelt: Leider keine neuen Gags

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Wolfhagen. Brian O’Gott ist gut, keine Frage. Seine Gags auch, wenn man sie zum ersten Mal hört. Beim zweiten Mal lässt sich auch noch gut schmunzeln, beim dritten oder gar vierten Anlauf aber ist es genug. Dass der Kasseler Comedian am Montagabend im Kulturzelt nichts wirklich Neues zu bieten hatte, ist einfach nur schade.

Wie schon bei seinen jüngsten Auftritten im Kulturladen oder beim Branchenfenster war er wieder mit dem Porsche aus Berlin angereist, einem Porsche Octavia. Die Sponsoren aus der Tüte waren auch die gleichen, die Erinnerungen an einen gemeinsamen Auftritt mit seinem Kumpel Stolle im Gefängnis ebenso, bei dem die Zuschauer nicht weggelaufen sind.

Das sind auch die Besucher des Traumfänger-Varietés im Kulturzelt nicht, waren ja auch einige da, die O’Gott’s Witze noch nicht kannten und somit ordentlich was zu lachen hatten. Alle anderen erfreuten sich am restlichen Programm, denn wenn es um die Auswahl erstklassiger Künstler geht, ist auf den Schnellredner immer Verlass. Bis auf wenige Ausnahmen hatte er hier wirklich Neues parat, profitierte dabei vom spielfreien Montag in den großen Varietés. „An einem Samstag hätte das Programm so niemals stattfinden können“, sagt der Gastgeber und präsentierte stolz seine Künstler, die zu den ganz Großen der Branche zählen.

Darunter auch Martin Mall. Für Besucher der UNO Kultabende im Kulturladen kein Unbekannter, begeisterte er mit Jonglage, zauberte mit seinen Diabolo-Lights kunterbunte Lichtgebilde in die Dunkelheit des Zelts und stand Brian O’Gott für dessen „Live-Schaltung ins Fernsehen“ als Gast zur Seite.

Direkt aus dem Berliner Wintergarten-Varieté nach Wolfhagen gekommen, ließ Frank Wolf mit waghalsigen Tricks auf dem BMX-Rad den Atem der knapp 250 Besucher stocken. Ob Sprünge über den Lenker, fahren auf dem Sattel oder rasantes Herumwirbeln mit dem gesamten Bike, Wolfs Showeffekte kamen rüber, als wäre es eine Leichtigkeit, mit einem BMX-Rad spektakulär über die Bühne zu radeln. Selbst ein Sturz konnte ihm nichts anhaben – einfach zehn Liegestütze, dann wieder ab die Post.

Weniger rasant, doch nicht minder beeindruckend: Tatiana Konobas, die mit ihrer Balljonglage zu den artistischen Neuentdeckungen der jüngsten Zeit zählt. Dass sie den Sonderpreis des Cirque du Soleil zurecht erhalten hat, zeigte auch der Jubel der Wolfhager. Hula-Hoop-Künstlerin Sante Fortunato, Slapstick-Akrobat Rainer Stanke, Alt-Hippie und Seifenblasen-Fan Tom Noddy oder Cecilia Hedlund als Meisterin der Handstandequilibristik – sie alle boten Kunst auf absolutem Spitzenniveau.

Sicher auch in der nächsten Kulturzelt-Saison wieder eine gern gesehene Abwechslung im Programm, dann aber bitte mit neuen Gags von Brian O’Gott. Am Mittwoch im Kulturzelt: Blumentopf, 20 Uhr.

Fotos vom Kulturzelt

Kulturzelt Wolfhagen - Gänsehaut und Glücksgefühle

Quelle: HNA

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