Hummeln tauchen ab: Besondere Erlebnisse für die Sander Kindergartenkinder

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Mit Nudeln und Flügeln: Regelmäßig im 14-tägigen Wechsel sind die Mädchen und Jungen der Bad Emstaler Kindertagesstätte Hummelnest im Thermalbad (Foto) oder in der Gemeinde- und Schulbibliothek zu Gast.

Bad Emstal. Mit der Zahl 14 können die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Hummelnest im Bad Emstaler Ortsteil Sand noch nicht allzu viel anfangen. Doch für die kleinen Hummeln symbolisiert diese Zahl immer ein besonderes aufregendes Erlebnis.

Denn regelmäßig im 14-tägigen Rhythmus schwärmen sie aus, um außerhalb ihrer Betreuungseinrichtung mit ihren Erzieherinen auf Entdeckungsreise zu gehen.

Entweder sie werden dann im heilenden Nass des Thermalbades zu kleinen Wasserratten und lernen dort das Schwimmen - inzwischen beherrschen die meisten von ihnen das schon. Trotzdem dürfen aus Sicherheitsgründen alle Kinder nur ausgestattet mit Schwimmflügeln und bunten Schwimmnudeln ins Wasser.

Jedesmal erfüllen beim Wasserspaß fröhliches Lachen und lautes Rufen das Thermalbad. Und das löst ausnahmsweise dort, wo man sonst auf Ruhe und Entspannung bedacht ist, kein „Psst, leise“, sondern Freunde bei den meist älteren Badbesuchern aus.

Beim anderen regelmäßigen Erlebnistag werden die Hummeln zu wissbegierigen Bücherwürmern. Da besuchen sie nämlich die Bad Emstaler Gemeinde- und Schulbücherei. Dort begeben sie sich nicht nur mit Bibliotheksleiter Wolfgang Heinemann auf eine Reise in die Welt der Bücher, sondern stöbern nach Herzenslust in den Regalen, schauen Bilderbücher an und bekommen natürlich auch vorgelesen.

„Jedes Wort“, so die Sander Kindergartenleiterin Karin Hermann, „mit dem Kinder angesprochen, jede Geschichte, die ihnen erzählt oder vorgelesen wird, trägt entscheidend zu ihrer Sprachentwicklung bei und lässt ihren Wortschatz umfangreicher werden.“

Die Kita Hummelnest ist einer von drei Bad Emstaler Kindergärten, offen seit Sommer 2005 auch mit Betreuungsplätzen für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr. Dafür wurden alle Erzieherinnen ausgebildet.

Von diesem Mix des pädagogischen Prinzips „Lernen durch Lehren“ profitieren alle Kinder. Karin Hermann: „Das Miteinander von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen vermittelt praktische Erfahrung, die früher in Familien mit mehreren Kindern im Alltag erworben werden konnten. Bei den heutigen Kleinstfamilien können diese Erfahrungen verloren gehen.“

Die jüngsten Kinder finden nicht nur Spielpartner ihres Entwicklungsstandes, sondern sie erfahren durch die Älteren vielfältige Anregungen. Und die älteren Kinder lernen Hilfsbereitschaft, auf andere Rücksicht zu nehmen und Toleranz – auch bei Ausflügen an den gemeinsamen Erlebnistagen.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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