Eiserne Hochzeit: Maria und Heinrich Grimberg sind seit 65 Jahren glücklich verheiratet

Mit Humor durchs Leben

Freuen sich, dass sie einander haben: Maria (88) und Heinrich Grimberg (93) aus Neukirchen gaben sich heute vor 65 Jahren das Jawort. Foto: Rose

Neukirchen. Ausgerechnet die Beine von Maria gingen Heinrich Grimberg nicht mehr aus dem Kopf: Gesehen hatte er die junge Frau beim Heimaturlaub 1943 in Castrop-Rauxel. Seitdem sind Maria und Heinrich Grimberg aus Neukirchen unzertrennlich. Vor 65 Jahren gaben sie sich das Jawort, heute feiern sie Eiserne Hochzeit.

Der 93-Jährige und seine 88-jährige Frau haben viele Jahrzehnte ein eigenes Lebensmittelgeschäft in Castrop-Rauxel geführt. Den Takt des Lebens gaben die Kunden vor. Sogar am Hochzeitstag – erst im Mai heiratete das Paar kirchlich – wurde flugs der Kittel gegen das Kleid getauscht. Nach einer Stunde standen die Frischvermählten schon wieder im Laden.

„Freizeit hatten wir kaum. Zwölf-Stunden-Tage waren normal“, erzählt Heinrich Grimberg, der als Einzelhandelskaufmann das Geschäft 1948 von seinen Eltern übernahm. Seine Frau stand ihm zur Seite, sie war gelernte Verkäuferin. Direkt „im Pott“ verkauften die Grimbergs auf 50 Quadratmetern alles für den täglichen Bedarf. Maria Grimberg arbeitete mit, auch als Sohn Heinz 1950 zur Welt kam. „Ich hatte ein gutes Verhältnis zu meiner Schwiegermutter. Sie hat mich unterstützt“, erzählt sie.

Jeden Groschen umgedreht

Bis 1973 leitete das Paar den Laden. Der Tag begann morgens um Vier und endete oft auch nach Ladenschluss noch nicht. „Dann fuhren wir zur neu eröffneten Metro in Bochum, um Sonderangebote zu kaufen“, erklärt die 88-Jährige.

Heute sagen sie: „Wir kannten es nicht anders, aber wenn wir das Rad zurückdrehen könnten, wären wir lieber irgendwo Angestellte gewesen. Die hatten es leichter. Wir haben den Groschen 20 Mal umgedreht.“

Pension eröffnet

Nach dem Geschäft war für die Grimbergs auch irgendwie vor dem Geschäft: Denn kaum war der Laden verkauft, erwarben sie ein Haus bei Diemelstadt und eröffneten eine Pension. Die war Marias Refugium, Heinrich arbeitete als Gewürzmeister in einer Wurstfabrik. Zehn Jahre, dann gingen beide 1983 in Rente.

Im Ruhestand in den Knüll

Im Ruhestand war es dann alles andere als das. Grimbergs kauften ein Haus in Arolsen-Landau und zogen nochmal um. „Eigentlich wollten wir damals schon zum Sohn nach Neukirchen ziehen, aber da gab es kein passendes Haus“, erzählen sie. Erst 2001 erfüllt sich der Wunsch. Seitdem leben sie mit Sohn und Schwiegertochter in Neukirchen unter einem Dach. Von beiden werden sie tatkräftig unterstützt: „Der Sohn kocht jeden Mittag für uns“, sagen sie.

Kleine Arbeiten im Haushalt kann das Ehepaar noch selbst erledigen. Und wenn es hier und da auch mal zwickt und zwackt, ihren Humor haben sich beide bewahrt. Und das Gefühl füreinander: „Wir freuen uns jeden Tag, dass wir einander haben.“ Freude bereitet Grimbergs auch die Familie – es gibt zwei Enkel und drei Urenkel. Gefeiert wird das Ehejubiläum erst im Mai, am Tag der kirchlichen Trauung. „Ganz gemütlich und im kleinen Kreis.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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