Alles rund um die knackige Frucht

Hunderte Besucher tummelten sich bei den Naumburger Pomologentagen

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Stellte die Lokalsorte 2016 vor und holte sich den diesjährigen Oberdieckpreis ab: Steffen Kahl. Bei den Naumburger Pomologentagen ist er der 17. Preisträger. 

Naumburg. Ob als kleiner Snack mit Vitamingarantie, Höhepunkt auf der Speisekarte oder farbenfrohe Dekoration auf der Herbsttafel - Äpfel sind aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. 

Klein aber oho, zählen sie zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen und lockten am Wochenende hunderte Besucher zu den Naumburger Pomologentagen, bei denen sich bereits zum 17. Mal alles rund um die knackige Frucht drehte.

An die 200 Sorten gab es zu bestaunen. Ob groß oder klein, sauer oder süß - alle haben eins gemein: sie sind absolute Leckerbissen. Und das nicht nur solo in kleine Schnitzen geschnitten, auch in Kombination zu süßen und deftigen Speisen wissen die kunterbunten Früchtchen zu überzeugen. „Die leichte Säure passt ideal zu unseren selbst hergestellten Rohmilchkäsen“, sagt Ursula Knierim vom Kirchhof aus Alheim, die kurzerhand die Weintrauben von ihren Käsespießen verbannt und durch selbst geerntete Äpfel ersetzt hat.

Gelee, Marmelade, Chutney

Dass Fruchtiges und Herbes sich ideal ergänzen, weiß auch Ingrid Wiltschka aus Körle, die unzählige Obst- und Gemüsesorten raffiniert miteinander kombiniert und als Gelee, Marmelade oder Chutney ins Glas bringt. Der Apfel darf dabei nicht fehlen, in klassischer Liaison mit Zimt, oder auch mal anders mit Gojibeere, immer aber ein Genuss.

Zum Einmachen eignet sich auch jene Sorte, die Ingeborg Ludolph und Kurt Huhn Jahr für Jahr Körbeweise im Borkener Garten ernten. Süß und saftig sei sie, keine andere Sorte könne da mithalten, so Ludolph, die längst einen zweiten Baum gepflanzt hätte, wäre da nicht die Unwissenheit um die Sorte. Bis Samstag hatte sie keine Ahnung, wie ihr Lieblingsapfel heißt. Apfelexperte Jan Bade konnte Licht in Dunkel bringen: Es ist ein Geheimrat Dr. Oldenburg. „Ich bin überglücklich und überzeugt, dass schon bald ein zweiter Baum in unserem Garten einziehen wird“, freut sich Ludolph.

Hunderte Besucher bei  Naumburger Pomologentagen 

Fruchtige Neuzugänge gibt es auch im Garten hinter dem Haus des Gastes, wo sich seit diesem Wochenende die Preisträger des jährlich im Rahmen der Pomologentage verliehenen Oberdieckpreisträger mit einem Baum verewigen. Auch Jan Bade hat zum Auftakt ein Geschenk mitgebracht, eine alte Birnensorte, die Volkmarser. „Man könnte denken, sie hätte etwas mit dem Dorf Volkmarsen zu tun, hat sie aber nicht“, so der letztjährige Preisträger. Die uralte und selten gewordene Sorte teilt sich vorerst die lauschige Wiese mit einem Wettringer Taubenapfel vom allerersten Preisträger überhaupt (1999), Friedrich Renner.

Was für einen Obstbaum Steffen Kahl einmal hier pflanzen wird, weiß er noch nicht. Dem diesjährigen Preisträger aus Aßlar bei Wetzlar wird sicher etwas einfallen, ist er im Pomologenverein schließlich zuständig für das Projekt „Hessische Lokalsorte“, mit dem er sich seit Jahren für den Erhalt alter Apfelsorten einsetzt. Als Lokalsorte 2016 präsentierte er den „Weilburger“. Er hat ein mild-würziges Aroma und eine gelb-rot glänzende Schale.

Quelle: HNA

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