Hunderte besuchten die Altenburg beim Tag der offenen Tür

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Blick in die Höhe: Da immer nur kleinere Gruppen über die Burg geführt werden konnten, mussten die Besucher am Sonntag auch viel Geduld mitbringen. Heiner Maifarth (rechtes Foto) führte mit Hans Poth die Besuchergruppen.

Altenburg. Die Altenburg als Publikumsmagnet: Etwa 500 Menschen haben die Burgruine im gleichnamigen Felsberger Stadtteil beim Tag der offenen Tür besucht.

In neun Gruppen führten Hans Poth, Kulturwart des Burgvereins Felsberg, und 1. Vorsitzender Heiner Maifarth die Besucher über die Burg oberhalb der Mündung der Schwalm in die Eder. Unter der Regie von Arbeitswart Erik Herzog hatten Mitglieder des Arbeitskreises den Tag der offenen Tür vorbereitet.

Dank der Familie von Boineburg ist es einmal im Jahr möglich, die sonst geschlossene Burg im Privateigentum zu öffnen. „Es gab viel Lob für das Entgegenkommen von Dr. Brita von Boineburg“, sagte Maifarth. Mit der jährlichen Burgbesichtigung werde man dem eigenen Anspruch gerecht, ein Geschichts- und Heimatverein zu sein.

Die Organisatoren wählen jedes Jahr den Sonntag nach dem europaweiten Tag des offenen Denkmals für die Altenburg-Öffnung. „Hoffentlich besteht diese Möglichkeit auch künftig jedes Jahr“, sagten Besucher. Viele aus der Region waren zum ersten Mal auf der Altenburg. „Und da haben wir die Felsburg auch gleich besucht“, sagte ein Melsunger.

Neue Perspektive

Die Besucher der Altenburg waren angetan von der Chance, dieses heimatliche Kleinod auch einmal aus einer völlig neuen Perspektive erleben zu können.

Maifarth und Poth begleiteten die Besucher auf einer Zeitreise durch das lokal bedeutende Bauwerk, das 1322 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Auch die Zerstörungen während verschiedener Kriege und die Goldgewinnung in der Eder waren Themen.

Auf großes Interesse der Besucher stießen unter anderem die gut erhaltenen Gewölbekeller. Sie boten den Einwohnern letztmalig Schutz, als nach der Bombardierung der Edertalsperre am 17. Mai 1943 eine gewaltige Wasserwelle den größten Teil des Dorfes zerstörte.

Widerstand gegen Hitler

Die Altenburger waren damals auf die Burg geflüchtet. Beherzte Männer hatten das Vieh aus den Ställen auf den höher gelegenen Hof Boineburg gerettet. Mehrere Altenburger waren in den Fluten gestorben.

Während der Führungen würdigte Hans Poth auch den 1980 verstorbenen Generalleutnant außer Dienst Hans Freiherr von Boineburg.

Er war ein Mann der Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime und am 20. Juli 1944 an der Operation Walküre beteiligt. Laut Hans Poth hat der General als Stadtkommandant von Groß Paris die Stadt vor der Zerstörung gerettet, weil er sich den Befehlen der Nationalsozialisten widersetzt habe.

Große Ehre für Deutschen

Poth: „Die Franzosen waren Hans von Boineburg nach dem Krieg sehr dankbar und haben ihn noch besucht. Das war eine große Ehre für einen Deutschen, der am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte.“

Bilder vom Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür in der Altenburg

Der Burgverein ist nach den Worten von Heiner Maifarth glücklich darüber, einmal im Jahr die Altenburg für die Öffentlichkeit öffnen zu können: „Hoffentlich können wir diese gute Zusammenarbeit mit der Eigentümer-Familie noch lange fortsetzen.“

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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