Brauchtum allein ist kein Zauberwort

Kommentar zur Absage der Hutzelkirmes

Ein Kommentar von Anne Quehl

Schwalmstadt. Die Treysaer Hutzelkirmes ist abgesagt, zumindest für 2015. Dass es nun unseren Volksfesten an den Kragen geht, stimmt nachdenklich. Ein Kommentar von Anne Quehl.

Die Kirmessen in unserem Altkreis haben alle ihre typischen Eigenheiten und bilden ein Stück Identität für ihren Ort. Bedauerlich also, wenn Tradition auf dem Spiel steht.

Doch Klagen hilft nicht, Brauchtum allein ist kein Zauberwort, ein Fest, das nicht ausreichend gut angenommen wird, verschwindet. Oder muss neu erfunden werden. Deshalb ist es richtig, dass die Reißleine gezogen wurde.

Besonnen kann nun beratschlagt werden, wie es weiter gehen könnte, denn vorläufig ist an eine Unterbrechung gedacht, nicht an das endgültige Aus nach 68 Jahren. Die Hutzelkirmes muss sich radikal verjüngen, wenn es weiter gehen soll, und zwar vor dem Hintergrund, dass es immer weniger junge Menschen gibt, immer mehr von ihnen von hier wegziehen (müssen) und das Angebot größer wird, der Geldbeutel aber dünner.

Demographischer Wandel und marktwirtschaftliche Tatsachen machen offensichtlich vor dem Althergebrachten nicht halt. So wird die Krise der Hutzelkirmes zu einem Sinnbild mancher Misere, die noch auf uns zukommt. Manch anderes Liebgewonnene wird in die Krise geraten.

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Quelle: HNA

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