Passagiere stiegen in anderen Zug

ICE blieb im Körler Bahnhof liegen: Gäste evakuiert

Umstieg in den anderen Zug: Am Mittwochabend wurden am Körler Bahnhof 400 Gäste aus einem ICE evakuiert. Foto: privat

Körle. Zwei ICE-Züge standen am Mittwochabend am Bahnhof Körle Ost nebeneinander auf den Gleisen. „Mit Sack und Pack“, wie uns ein Leser berichtete, wechselten die Passagiere über kleine Nottreppen in einen anderen Zug.

Wir haben bei der Deutschen Bahn gefragt, was dort los war.

Was war der Grund für den Umstieg in einen anderen Zug?

Wegen eines technischen Schadens am Triebfahrzeug war der ICE gegen 18.50 Uhr zum Halten gekommen. Eine Weiterfahrt war nicht mehr möglich.

Um welche Zugverbindung handelte es sich bei dem defekten ICE?

Es handelte es sich um den ICE 883. Der Zug war in Hamburg gestartet und sollte eigentlich bis nach München fahren.

Die Fahrgäste verließen den defekten Zug und stiegen über Treppen in den anderen. Wo kam der Ersatzzug denn her?

Dieser ICE war ebenfalls in Hamburg gestartet und auf dem Weg nach Karlsruhe.

Wie viele Passagiere waren betroffen?

Im defekten ICE befanden sich etwa 400 Fahrgäste.

Wie lange dauerte das Prozedere am Körler Bahnhof? 

Es hat bis etwa 20.30 Uhr gedauert, bis alle Fahrgäste den defekten Zug verlassen hatten und im Ersatzzug waren. Die Passagiere warteten also 100 Minuten am Körler Bahnhof, bis sie endlich weiterreisen konnten.

Und wie ging es nach der Evakuierung weiter?

Im Ersatzzug konnten die Fahrgäste bis Fulda mitfahren. Dort fuhr der Zug gegen 21 Uhr ein. Von dort gab es Verbindungen zur Weiterfahrt Richtung München.

Bekommen die Fahrgäste nun eine Entschädigung?

Laut den Fahrgastrechten der Deutschen Bahn steht den Gästen eine Entschädigung wegen der Verspätung zu. Eigentlich sollte der defekte ICE 883 um 18.56 Uhr Fulda erreichen. Mit dem Ersatzzug erreichten die Fahrgäste Fulda gegen 21 Uhr, also über 120 Minuten später. Ab 120 Minuten Verspätung gibt es eine Erstattung von 50 Prozent des Fahrpreises.

Wie bekommt man die Entschädigung?

Die Formulare dafür werden im Zug ausgeteilt, man kann sie auch an der DB Information im Bahnhof abholen oder im DB Reisezentrum. Das Formular zum Herunterladen gibt es unter www.bahn.de/fahrgastrechte.

Und was ist, wenn ich wegen der Verspätung meinen Flug verpasst habe?

Auch in diesem Fall gibt es von der Deutschen Bahn die Erstattung von 50 Prozent des Fahrpreises. Sollten Flug und Bahnfahrt als Kombination bei einem Reiseveranstalter gebucht worden sein, sollte man den Veranstalter wegen einer Entschädigung kontaktieren.

Wie häufig kommt denn eine solche Evakuierung wie in Körle vor?

Eine bundesweite Zahl solcher Vorfälle liege derzeit nicht vor, teilt ein Bahnsprecher mit. Grundsätzlich sei aber bei technischen Störungen am Zug nicht immer eine Evakuierung in einen anderen Zug erforderlich. Entscheidend seien die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Statt über Treppen gibt es auch die Möglichkeit, die Fahrgäste über Notbrücken in einen nebenstehenden Zug zu befördern. Eine Evakuierung über Brücken erfolge aber nur dann, wenn ein gefahrloser Ausstieg der Reisenden aus dem Zug und anschließender Weiterbeförderung mit Bussen oder Taxen wegen der Ortsverhältnisse nicht realisierbar sei.

Quelle: HNA

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