"Ich kann nur gewinnen"

Manfred Schäfer tritt bei der Bürgermeisterwahl in Wabern an

Hier fühlt er sich wohl: Manfred Schäfer hat schon manche Stunde auf der Bank an der Eder verbracht. Foto: Laumann

Niedermöllrich.  Die Waberner sind am Sonntag, 14. Juni, aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu Wählen. Amtsinhaber Günter Jung (SPD) tritt nicht mehr an.

Drei Kandidaten wollen ins Waberner Rathaus einziehen: Kristian Ewald, Manfred Schäfer und Claus Steinmetz. Wir stellen die Kandidaten nacheinander vor.

Vor sechs Jahren war es nur ein Scherz. Unter Freunden feixte er über eine mögliche Kandidatur als Bürgermeister in Wabern. Jetzt macht der 43-Jährige ernst und tritt an: Manfred Schäfer will ins Rathaus. „Ich habe nichts zu verlieren und kann nur gewinnen“, sagt der Niedermöllricher.

Dass er keine politische Erfahrung hat, ist für Manfred Schäfer kein Problem. „Das kannst du alles lernen, hat ein guter Freund zu mir gesagt.“ Es gebe Lehrgänge für Bürgermeister, dort werde er fit gemacht für den Job an der Verwaltungsspitze. Die Entscheidung anzutreten, sei lange gereift. „Ich will es einfach anders machen als es jetzt gemacht wird“, erklärt der Vater von zwei Kindern seine Motivation.

Schäfer setzt auf einen kooperativen Politikstil und seine Erfahrung als Vertriebsleiter in einem Betrieb in Vellmar. In seinem Job sei der Dialog mit den Kunden wichtig. Diese Erfahrung will er mit ins Rathaus nehmen. „Bürger sind schließlich die Kunden der Verwaltung.“ Schäfer bezeichnet sich selbst als konservativ-liberal. Er setzte auf konservative Werte, sei aber niemand, der sagt: Das haben wir schon immer so gemacht.

Besonders am Herzen liegen Manfred Schäfer drei Themen. Das erste ist die Wirtschaftsförderung. „145 Arbeitsplätze in der Zuckerfabrik sind toll. Aber was ist, wenn das Werk schließt? Gibt es einen Plan B?“, fragt er. Schäfer ist sicher, dass es der Gemeinde gelingen könne, ein bis zwei weitere Produktionsbetriebe nach Wabern zu locken. Seine Rechnung: Wenn Wabern Arbeitsplätze schafft, wird der Ort für Familien und junge Menschen attraktiver.

Das zweite Thema ist die Jugendpflege. Er möchte mehr Angebote für Jugendliche schaffen. Die dritte Säule ist das Ehrenamt. Das, was er selbst lebt. Seit sechs Jahren ist er bei der Feuerwehr, inzwischen als Gruppenführer und Kreisausbilder für Maschinisten, wie er nicht ohne Stolz sagt. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, erklärt er.

Sein Engagement bei den Brandschützern gebe ihm ein gutes Gefühl. „Ich mache hier etwas für mein direktes Umfeld.“ Und es ist etwas, was ihn noch enger mit dem Ort verbindet. Aufgewachsen in Kassel, kommt er der Liebe wegen 2001 nach Niedermöllrich. Seine Frau Simone ist hier groß geworden, sie lockt ihn in ihre Heimat, macht aus dem Stadt- einen Dorfmenschen.

Der 43-Jährige mag die Mentalität der Waberner. „Sie sind typische Nordhessen“, sagt er und lacht. „Wenn du einmal ihren Kern geknackt hast, sind sie herzlich.“ Die Hilfe auf dem kurzen Dienstweg funktioniere hier gut. Schäfer entspannt am liebsten beim Standard- und Lateintanz mit seiner Frau. „Das machen wir nur für uns. Beim Tanzen kann man auch den ein oder anderen Konflikt austragen.“

Zur Person

Manfred Schäfer (43) ist in Kassel aufgewachsen, ehe er nach Gießen gezogen ist. In Friedberg absolvierte er eine Ausbildung zum Metallbauer, im Jahr 2001 folgte eine Umschulung zum Netzwerk-Administrator. 2006 hat sich Manfred Schäfer im Bereich IT-Consulting stelbstständig gemacht. 2011 ist er in den Vertrieb eines Unternehmens in Vellmar gewechselt ist. Schäfer ist verheiratet, hat einen zehnjährigen Sohn und eine 14-jährige Tochter.

Quelle: HNA

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