„Ich will Verantwortung“

Junge Bad Emstalerin Anne Kassat engagiert sich für Kinder

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Kreativ sein im Freien: Anne Kassat (dritte von links) leitet die Mädchengruppe der Naturfreunde in Sand. (von links) Hanna Wagner (13 Jahre), Luisa Weiß (12 Jahre), Anne Kassat (18 Jahre), Marleen Krause (12 Jahre), Elisa Meyl (12 Jahre), Melanie Kehm (12 Jahre) und Johanna Kassat (12 Jahre) haben tolle Leinwände selbst gemalt und verziert.

Bad Emstal. Sechs Mädchen umzingeln die 18-jährige Schülerin Anne Kassat und lauschen ihren Anweisungen. „Heute machen wir die Leinwände fertig“, sagt sie. Vor dem Naturfreundehaus in Bad Emstal-Sand bauen die sechs Kinder der Mädchengruppe die Bastelsachen auf.

Viel Glitzer, bunte Malfarben und Kleber verwenden die elf- bis 13-jährigen Mädchen. „Danach sammeln wir Kräuter“, sagt die Schülerin. Denn zum Abschluss gibt es frisches Brot mit Butter und Kräutern aus dem Garten. Ein Mal in der Woche trifft sich die Mädchengruppe im Naturfreundehaus Bad Emstal, die Anne Kassat seit dreieinhalb Jahren leitet.

Angefangen hat alles mit den Ferienspielen in Sand. „Ich habe dort hospitiert“, sagt Anne Kassat. Die 18-Jährige absolvierte eine Weiterbildung zur Jugendleiterin. „Jetzt betreue ich Gruppen und kann Angebote für die Kinder machen“, sagt die Schülerin. Neben Spiel- und Bastelangeboten macht die 18-Jährige auch Ausflüge mit den Kindern. Darüber hinaus arbeitet die Schülerin in einer Eisdiele, macht Zumba und spielt Keyboard.

„Die Arbeit mit Kindern hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht“, sagt Anne Kassat. Doch die Schülerin wollte mehr. „Ich wollte mir selbst etwas aufbauen und mehr Verantwortung übernehmen.“ Nachdem sie direkt auf die Arbeit mit einer Mädchengruppe im Naturfreundehaus angesprochen wurde gab es kein Halt mehr. „Ich habe Annoncen in der Zeitung geschaltet“, sagt die Schülerin. Es dauerte nicht lange und die Mädchengruppe der Naturfreunde war Realität geworden.

„Es ist schön zu sehen, wenn Kinder sich freuen“, sagt Anne Kassat. Wichtig sei auch der 18-jährigen Schülerin, dass die Mädchen sie nicht als autoritäre Person wahrnehmen. „Es ist eine Mischung aus gemocht und respektiert werden.“ Anne Kassat bastelt auch in ihrer Freizeit sehr gerne. „Die Ideen fließen dann in die Gruppentreffen ein.“ Die Mädchengruppe bedeute für die Schülerin eine willkommende und nette Abwechslung. „Da kommt auch bei mir das Kind nochmal durch.“

Motivation ist wichtig

Einige Grundvoraussetzungen muss man für die Arbeit als Gruppenleiterin mitbringen. „Man sollte Verantwortung übernehmen und motiviert sein“, sagt Anne Kassat. „Außerdem kreativ, um neue Ideen zu entwickeln.“ Aber auch Durchsetzungsvermögen. „In dem Alter rebellieren die Kinder auch mal gerne“, sagt die 18-Jährige.

Wie lange die Schülerin die Mädchengruppen noch leiten wird, wisse sie aber nicht. „Es kann sein, dass ich zum Abi eine kurze Pause einlege“. Und danach erst einmal studiert. „Ich interessiere mich für Molekular-Medizin“, sagt die 18-Jährige. Ein richtiges Angebot an der Kasseler Uni gebe es nicht. Eine Möglichkeit wäre Göttingen. „Ich möchte aber nicht so weit weg“, sagt Anne Kassat.. „Ich bin ein Heimat- und Familien-Mensch.“

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Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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