Bis zu 100.000 Euro

Ideen für altes Fachwerk: Stadt Gudensberg bietet Förderprogramm

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Ältester Teil des Hauses: Bauherr Matthias Paar im Gewölbekeller der Braugasse 4.

Gudensberg. Matthias Paar  möchte bis zum Herbst 2015 ein  Fachwerkhaus in der Gudensberger Altstadt durchgreifend sanieren. Die entstandenen Wohnungen will er vermieten. Hier setzt ein Förderprogramm der Stadt Gudensberg an.

Matthias Paar  hat eigentlich nicht die richtige Körpergröße für Fachwerkhäuser. Er misst fast zwei Meter und muss sich im Haus Braugasse 4 vorsichtig bewegen, sonst stößt er mit dem Kopf an einen Türsturz. Dennoch liebt er die ganz besondere Wohnatmosphäre in den für Nordhessen typischen Gebäuden und hat sich wohl auch deshalb ein besonderes Ziel gesetzt: Bis zum Herbst 2015 möchte er das Haus in der Gudensberger Altstadt durchgreifend sanieren, um anschließend die drei kleinen Wohnungen an Menschen vermieten zu können, die sich wie er im Fachwerk wohlfühlen. Eine Herausforderung, bei der ihn die Stadt Gudensberg mit einem Förderprogramm sowie mit Rat und Tat unterstützt.

Seit 2011 fördert die Stadt Investitionen an Häusern in der Altstadt und in den Ortskernen der Stadtteile. Mit dem Fördergeld - bis zu 100.000 Euro stehen pro Jahr zur Verfügung - soll die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den Gebäuden verbessert werden.

Auch das Haus von Matthias Paar und Ehefrau Lucie Regenbogen wird mit Mitteln aus dem städtischen Förderprogramm unterstützt, und zwar als sogenanntes Leuchtturmprojekt.

Neue Wege gehen 

Leuchtturm deshalb, weil bei der Sanierung neue Wege beschritten werden: Wie bei anderen Häusern in der einst eng gebauten Altstadt fehlt der Braugasse 4 die Freifläche. Sowohl links wie rechts ragen direkt neben dem Gebäude die Nachbarhäuser auf, auch der Hinterhof beschränkt sich auf wenige Quadratmeter. Für Balkons, Freiflächen und Stellplätze bleibt dort kein Platz.

Noch ein Sanierungsfall: Das Fachwerkhaus Braugasse 2-4. Der neue Eigentümer will für mehr Platz sorgen.

Allerdings befindet sich das Nachbargebäude Braugasse 2 in einem stark verfallenen Zustand, erläutert Architekt Christian Gerlach, der Bauinteressenten im Auftrag der Stadt berät und auch die Planungen für die Braugasse erstellt hat.

Eine Sanierung wäre weder für Eigentümer noch Investor wirtschaftlich gewesen, der weitere Verfall war also programmiert. Paar entwickelte daraufhin die Idee, das Gebäude zu erwerben, es abzureißen und dem Nachbarhaus somit die gewünschte Freifläche zu verschaffen. Die künftigen Bewohner der Braugasse 4 können auf diese Weise nicht nur ihre Fahrzeuge neben dem Haus abstellen, die völlig neu zu errichtende rechte Außenwand wird nach der Sanierung des Gebäudes auch über Balkons 

verfügen.

Planungen, die nicht nur von der Stadt Gudensberg unterstützt, sondern auch von Bau- und Denkmalpflegebehörde gutgeheißen werden. Auch dort ist man interessiert daran, die Altstadtkerne lebendig zu erhalten und einen attraktiven Mix aus Neu und Alt, aus Wohnen und Arbeiten, aus Kultur, Gastronomie und Handel zu ermöglichen. Dazu soll das Projekt Braugasse 4 einen Beitrag leisten. (red/ula)

Was bis zum Einzug der Mieter auf der Baustelle geschieht und was darüber hinaus interessant ist, darüber soll in den kommenden Monaten kontinuierlich berichtet werden.

Quelle: HNA

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