Gespräche am Gartenzaun: Vereine halten Dorf lebendig – Viel Historie zu entdecken

Die Idylle im Hochland

Rettungszug: 18 aktive Mitglieder und der Nachwuchs des Dorfes engagieren sich in der örtlichen Feuerwehr. Foto:  Schittelkopp

Sebbeterode. „Sebbeterode ist einfach das schönste Dorf im Hochland“, sagt Marius Böse frei heraus. Er engagiert sich in der Feuerwehr und in der Burschenschaft. Da kann Ortsvorsteher Dr. Andreas Schaal im ihm nur zustimmen. Idyllisch schmiegt sich der Gilserberger Ortsteil ins Hochland ein, von der Aussichtsplattform hat man einen schönen Blick in Richtung Kellerwald.

Die Dorferneuerung vor sechs Jahren hat den Ort vorangebracht, das wurde beim Rundgang deutlich. Saniertes Fachwerk, alte Scheunen, die neu genutzt werden, und ein geschichtlicher Rundgang befinden sich im Ortsbild. Landwirtschaft und Handwerk prägen das Dorf. Neben sieben Landwirten gibt es sechs Handwerksbetriebe. „Das sind wichtige Arbeitsplätze“, fügt Jochen Hoffmann an.

Herz Sebbeterodes ist die alte Linde, die neben der Königskirche steht. Hinweise auf den Baum finden sich bereits Kirchenbuch von 1693, weiß Dorfchronist Adolf Otto zu berichten. Laut Überlieferungen wurde die Linde bei einem Feuer 1728 schwer in Mitleidenschaft gezogen, seitdem ist der mächtige Stamm gespalten. Der Lindenplatz stellt das Zentrum der historischen Dorfmitte dar.

Neben ihrer Geschichte ist den Sebbeterödern ihr Vereinsleben und der Zusammenhalt in dem 380-Seelen-Dorf besonders wichtig. Neben Feuerwehr prägen die Landfrauen, der gemischte Chor und die Burschenschaft die Gemeinschaft. Den 40 Landfrauen steht seit 23 Jahren Ingrid Schwalm vor. Wurde die Kirmes früher von den Vereinen wie den Landfrauen abgehalten, zeigt sich in den vergangenen Jahren die Burschenschaft dafür verantwortlich. Seit 2012 findet im Ort wieder eine Zeltkirmes statt.

Das Burschenschaftsheim befindet sich im Gebäude der ehemaligen Gefriergemeinschaft. Stolz sind die Burschen und Mädchen auf ihr eigenes Logo an der Wand. Einige Jungen gehören auch zur Wehr: 18 Feuerwehrmänner stellen die Wehr des Ortes. Das alte Schwimmbad dient als Löschteich. Sebbeterode gehört zum Rettungszug des Hochlandes. „Bei Unfällen auf der B3 rücken wir aus“, sagt Wehrführer Klaus Wagner. Doch wünscht sich die Truppe mehr Nachwuchs.

Nachwuchssorgen plagen Ortslandwirt Thomas Sporleder und seine Frau Susanne nicht: Der 16-jährige Sohn Simon Sporleder packt kräftig mit an, wenn zweimal täglich die Kühe gemolken werden müssen. „Wir arbeiten mit vereinten Kräften“, so Sporleder, auch die Großeltern stehen noch mit im Stall. Die Sebbeteröder halten eben einfach zusammen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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