Die Idylle lockt wieder

Gaststätte und Campingplatz Weißenthalsmühle in neuen Händen

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Das Wohnhaus mit Gaststätte ist fast fertig: Die Holländerin Lavina hat Freitag bis Sonntag ab 10 Uhr geöffnet.

Niedenstein. Es war die einmalig idyllische Lage, mit Wald und Wiesen und einem Bach, der durch das Gelände fließt, die die holländische Familie van Ewijck überzeugte, sich im Tal der Ems bei Kirchberg niederzulassen.

„Wir haben das hier per Zufall gefunden", sagt Lavina van Ewijck, ihre Mutter habe sich sofort in das Gelände rund um die Weißenthalsmühle verliebt.

Und so kam es, dass eine holländische Familie, die viele Jahre in Belgien einen Reitstall mit Reitschule betrieben hat, jetzt das Ausflugslokal mit Campingplatz besitzt und wieder aufbaut.

„Ostern Frühstücksbuffet“ steht auf dem Schild vor der Gaststätte, die mit ihren Holzschindeln sehr einladend wirkt. Bereits seit August 2014 lebt Lavina mit ihrem Sohn Aaron, ihrem Mann Albert Westerkamp und ihren Eltern in der Weißenthalsmühle, zuerst in einem Wohnwagen. Inzwischen hat sie schon einige Stammgäste.

„Viele kommen aus den Dörfern rundherum“, erzählt die Holländerin, die ausgebildete Reitlehrerin mit Spezialgebiet Dressur ist. Die Gäste würden ihren Cappuccino mit Eierlikör besonders lieben. Und an die belgischen Waffeln, die sie frisch zubereitet, haben sie sich auch gewöhnt.

Bram heißt der Wallach: Das Kaltblut gehört zu sieben Pferden, die Lavina van Ewijck mitgebracht hat nach Kirchberg.

Das Lokal, das 40 Plätze innen sowie außen eine große Terrasse bietet, hat zurzeit von Freitag bis Sonntag geöffnet, jeweils ab 10 Uhr bis gegen 21.30 Uhr. Auf der kleinen Karte stehen besondere Salate, aber auch Schnitzel. Für Gruppen, die sich vorher anmelden, wird das Lokal auch zu anderen Zeiten geöffnet, „das ist gar kein Problem“, sagt Lavina, die die Küche übernommen hat. Ihr Vater sowie Ehemann Albert sind derweil am Haus und auf dem Gelände beschäftigt. „Wir haben ganz langsam angefangen, es gibt soviel zu tun“, sagt sie. Man habe vor, vieles selbst zu stemmen.

Durch etliche Brände und langwierige Gerichtsverhandlungen in den vergangenen Jahren wurde vieles zerstört und war vernachlässigt worden, gerade was den Campingplatz und dessen Ausstattung betrifft.

Viele der Dauercamper, die ihre Wagen auf dem fünf Hektar großen Areal stehen haben, sind trotzdem geblieben, einige neue haben sich bereits angemeldet, für Wintercamper wurden neue Sanitärräume gebaut.

Wer sich über Gewieher wundert: In einem offenen Stallgebäude stehen sieben Pferde, die Lavina gehören. „Sie haben lange für mich gearbeitet, ich musste sie mitnehmen“, sagt sie. Eine Stute sei schon 26 jahre alt.

Die Holländerin, die sich als Europäerin sieht, plant, künftig auch Ausritte anzubieten. „Das Gelände hier ist dafür toll geeignet“, sagt sie. In der Weißenthalsmühle herrscht wieder Leben.

Von der Mühle zum Ausflugslokal 

Die Weißenthalsmühle hat eine lange Geschichte. Sie ist kurz vor 1556 durch die Junker Hund zu Kirchberg erbaut worden. Die Dorfschaft Kirchberg hatte vor der Kasseler Kanzlei auf Abriss der Mühle geklagt. Die Mühle blieb aber stehen, das Land wurde geteilt. Der erste Thalmüller wurde erst 1720 erwähnt. 1948 endete der Betrieb als Mühle. Später erwarb ein Dr. Wöhler das Anwesen. Danach war das Ehepaar Eddicks Eigentümer. Sie eröffneten den Campingplatz.

Volker Günther und Corinna Schulze erwarben das Areal in den 2000er Jahren und verkauften es, nach mehreren Bränden und einem langwierigen Gerichtsverfahren, im August 2014 an Lavina van Eweijck und ihre Familie.

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Quelle: HNA

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