Sommerfest kommt gut an

Ihr Herz schlägt fürs Bad: 50 Jahre Freibad Moischeid

Sommerfest: Simon Damm versucht über das Wasser zu gehen. Dahinter (von links) Jonas Schaal, Johannes Pomorin, Sandra Pomorin, Sebastian Stehling, Julia Damm, Phil Henkel, Edeltraud Stehling mit Enkelkind, Louis Leimbeck, Sophie Henkel und Kerstin Henkel.
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Sommerfest: Simon Damm versucht über das Wasser zu gehen. Dahinter (von links) Jonas Schaal, Johannes Pomorin, Sandra Pomorin, Sebastian Stehling, Julia Damm, Phil Henkel, Edeltraud Stehling mit Enkelkind, Louis Leimbeck, Sophie Henkel und Kerstin Henkel.

Mit einem Sommerfest hat Moischeid am Samstag das 50-jährige Bestehen des Freibads gefeiert.

Moischeid – 50 Jahre nach der ersten Badesaison erfreuten sich viele Kinder aus dem Gilserberger Hochland über Spiel und Spaß im Wasser. So fand das Sommerfest am und im Freibad in Kooperation mit dem DLRG-Ortsverband Gilserberg statt, der mit einer bunte Spielekiste, einer beweglichen Wasserbrücke, Wettschwimmen und Tattoo-Aufdruck bei den jungen Freibadgästen für einen abwechslungsreichen Nachmittag sorgte.

Die Älteren erlebten bei Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Bier am Schwimmbad einen gemütlichen Tag, der bis in den Abend reichte. „Coronakonform sollte es vor allem ein Fest fürs Dorf sein“, so Theresa Stehling und Sandra Pomorin.

Zu den Gästen im Moischeider Schwimmbad gehörten bereits am Vormittag Bürgermeister Rainer Barth und Ortsvorsteher Andreas Pomorin, die den Moischeidern zum Jubiläum ihres Freibads gratulierten, das seit fünf Jahrzehnten ehrenamtlich mit Unterstützung der Gemeinde Gilserberg betrieben wird. Für die Badeaufsicht sorgt ein zehnköpfiges Team aus Moischeider Rettungsschimmern, das sich täglich abwechselt.

Helfer an Kiosk und Kasse

Nicht wegzudenken ist im Freibad Moischeid der Kiosk, der ebenfalls ehrenamtlich betrieben wird. Brigitte Pomorin ist seit 30 Jahren dabei. Sie war es, die sich im Sommer 1991 gemeinsam mit Adelheid Schneider bereit erklärte, das Schwimmbad wieder kontinuierlich zu betreuen. „Wir hatten uns dazu entschlossen, und dann hatten wir es auch“, sagt Adelheid Schneider und schmunzelt.

Die Schwimmbadfrauen: (von links) Adelheid Schneider, Brigitte Pomorin, Karin Dörfler und Marlis Lomp.

Seit rund 20 Jahren sind es neben Brigitte Pomorin Karin Dörfler und Marlies Lomp, die täglich die Schwimmbadkasse und den früher „Kabäuschen“ genannten Kiosk betreiben, frische Waffeln backen, Pommes frittieren und dafür sorgen, dass die Eistruhe immer gut bestückt ist.

„Es haben sich im Laufe der Jahre einige Frauen für das Freibad engagiert, auch Elke Arendt gehörte über viele Jahre zum festen Team“, so erzählt Brigitte Pomorin weiter.

Für die Schwimmkurse und die Badeaufsicht sorgte über Jahrzehnte Roswith Lomp, die bereits 1973 bei der DLRG begann, sich mit dem Erwerb vieler Leistungsscheine als Rettungsschwimmerin ausbilden zu lassen – Generationen von Hochländern brachte sie das Schwimmen bei.  

Das Moischeider Freibad im Jahr 1994, bevor es im Rahmen der Dorferneuerung 1995/96 grundlegend erneuert und 1997 wiedereröffnet wurde. Repro: Kerstin Diehl

Teich war schon immer vorhanden

Wo heute das Moischeider Schwimmbad steht, befand sich früher ein rund 15 Mal 15 Meter großer Teich, „der von ganz Mutigen auch schon mal zum Schwimmen genutzt wurde“, berichtet die frühere Ortsvorsteherin Brigitte Pomorin.

Nachdem 1965/66 unter Bürgermeister Wilhelm Möller gab es Planungen für ein Feuerwehrhaus. Ursprünglich nur als Feuerwehrlöschteich geplant, bauten die Moischeider den Teich 1970 zu einem Schwimmbad mit einem 25 Meter langem Becken aus. Nachträglich kam ein festes Planschbecken hinzu.

Bis 1989 betreuten Martha und Hans Möller das Schwimmbad. Die Badeaufsicht übernahm, wenn Hans Möller nicht da war, ein Mitglied der DLRG Gemünden/Wohra oder auch Otto Scheuß, der den Leistungsschein im Rettungsschwimmen besaß. Es gibt viele Anekdoten, die die Moischeider mit ihrem Freibad verbinden.

Um selbst schwimmen zu lernen, fuhren einige Moischeider Landfrauen im Winter 1971 nach Schönstein, um im Schwimmbad von Werner Merle schwimmen zu lernen - „der Schwimmlehrer kam aus Bad Wildungen angereist“, erinnern sich die Schwimmbadfrauen.

Wie Roswitha Lomp berichtet, kamen aus der früheren Jugendherberge Hohe Warte regelmäßig Gäste ins Moischeider Freibad. Und auch für das am Festplatz neben dem Freibad stattfindende Moischeider Motorradtreffen ist das Schwimmbad seit Jahren ein beliebter Anziehungspunkt. Vor einigen Jahren erlernte ein Motorradfahrer aus Bremen hier schwimmen – „sein Seepferchen heftet seitdem an seiner Kutte, das zeigt er jedes Mal“ sagt Brigitte Pomorin. (Kerstin Diehl)

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