Zwischen Brasilien und Nordhessen: Kristin de Oliveira ist eine heimische Pianistin

Ihre Welt ist die Musik

Aus dem Hochland: Die Pianistin Kristin de Oliveira stammt aus Schönau und tritt nun nach kleinen Konzerten der Kindheit zum ersten Mal wieder in Gilserberg auf. Foto: Schittelkopp

Schönau/Kassel. Ein Leben ohne Musik ist möglich aber sinnlos: Dies könnte das Motto der Schönauerin Kristin de Oliveira sein. Die 35-Jährige ist studierte Pianistin. Nach ihren Kindertagen gibt sie nun wieder das erste Konzert im Gilserberger Hochland.

Als Teil des Duos Pfeffer und Likör präsentiert sie gemeinsam mit Claire Raiber ein Chanson-Programm im Landgasthof Steller. „Ich freue mich sehr auf den Auftritt“, sagte sie. Das Konzert am Samstag, 26. Januar, sei allerdings bereits ausverkauft, glücklich sind die Musikerinnen über diesen Zuspruch.

Die fesche Lola

Die Zuschauer erwartet ein lockeres Programm mit Musiker der 1920er-Jahre und ein wenig Schauspielerei. „Wir erzählen viele kleine Geschichte wie zum Beispiel der feschen Lola von Marlene Dietrich“, fügte Kristin de Oliveira an. Sie hofft, der Abend komme im Hochland gut an: „Ich glaube, der ländliche Raum ist sehr offen für Kultur“, betonte die in Kassel lebende Künstlerin.

Doch sie kann mehr als nun kecke Chansons. Ihr Schwerpunkt liegt eigentlich auf klassischer Musik, in ganz Deutschland hat Kristin de Oliveira bereits gespielt. „Doch es ist nicht einfach für Musiker nur von Konzerten zu leben“, sagte sie. So gibt sie Klavierstunden, beispielsweise in der Christophorusschule in Oberurff. Der Unterricht liege ihr sehr am Herzen. Ein Instrument zu spielen, habe für Kinder viele positive Effekte, so lernen sie zum Beispiel, sich in der Schule besser zu konzentrieren.

„Eigentlich habe ich vier Jobs“, erzählte die Mutter einer einjährigen Tochter: Unterricht, Konzerte, Familie und sich selbst vermarkten. Sie fragt für ihre verschiedenen Musikprojekte einfach immer an verschiedenen Orten an, ob sie dort auftreten kann. Einfach ist das nicht immer. Einen Auftritt hatte das Chanson-Duo in der Kasseler Extase-Bar, einer alte Erotikbar: „Das ist ein ganz besonderer Ort für so ein Konzert.“

Kein Leben ohne Musik

Ein Leben ohne Musik kann sich Kristin de Oliveira nicht vorstellen. Auch ihr Ehemann, Rui de Oliveira, ist Musiker. Der Brasilianer spielt Percussion. Derzeit plant das Paar gemeinsame Auftritte mit lateinamerikanischer Musik. „Das Proben ist nicht immer einfach“, scherzte sie, man nehme Kritik des Partners persönlicher. Auch dieses Programm möchte sie in der Schwalm vorstellen. Brasilianische Eindrücke hat sie bei ihren Reisen bereits gesammelt. „Viele Stücke sind dort gar nicht notiert“, erzählt sie. Rhythmus und Timing seien entscheidend. Gespielt hat sie auch in Brasilien, die klassische Musik aus Europa käme dort gut an.

Doch am wohlsten fühlt sich die Schönauerin in Nordhessen. „Berlin zum Beispiel ist überfüllt von Künstlern.“ Ihrer Meinung nach gibt es hier vor Ort genügend Kulturangebote, man müsse sie nur wahrnehmen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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