Wälder werden verschmutzt 

Illegale Müllentsorgung ist großes Problem im Schwalm-Eder-Kreis 

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Müllkippen: Illegal abgeladener Abfall, wie hier im Wald bei Liebenau, ist auch im Schwalm-Eder-Kreis ein Problem. 

Schwalm-Eder. Die Wälder im Landkreis werden immer häufiger mit Müll verschmutzt. Es sei allerdings schwer, eine Lösung für das Problem zu finden, stellen die Forstämter fest. 

Karl Trieschmann, Leiter des Bauhofs in Melsungen sieht eine steigende Tendenz: „In den letzten Jahren ist es immer mehr geworden“, sagt er. Neben Waldstücken trifft es oft Feldwegränder, um Müll aller Art – von Fußbodenbelag bis zu Tierkadavern – illegal zu entsorgen. Betroffen sind vor allem Straßen und Wege, die leicht mit dem Auto zu erreichen und durch Bäume geschützt sind. Wie die B 83 von Melsungen aus in Richtung Guxhagen, ein Waldstück an der Autobahnabfahrt Borken und am Wengersberg in Röhrenfurth, beschreibt Jan Stetter, Forstamtsleiter in Melsungen. Die Täter seien meist nicht ausfindig zu machen, ergänzt er. Zu Anzeigen komme es nur in den seltensten Fällen: „Zwei bis drei Mal im Jahr“, sagt Hellen Bockskopf, Umweltsachbearbeiterin der Polizei Melsungen. Die Dunkelziffer sei wohl deutlich höher. Probleme mit illegalen Müllkippen sieht auch Karl Gerhard Nassauer, Forstamtsleiter in Jesberg. „Ein Dauerproblem sind Grünabfälle“, sagt er.

Für die Natur kann das Entsorgen gefährlich werden, wenn Stoffe oder Chemikalien, beispielsweise eines entsorgten Kühlschranks, in Boden und Grundwasser eindringen, erklärt Stetter. Auch Grünabfälle können zur Gefahr werden, da Pflanzen aus fremden Regionen in den Boden eindringen und Auswirkungen auf das Ökosystem als Folge haben können.

2017 waren es hessenweit 18.000 Tonnen Müll 

Laut Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus war die Menge illegal entsorgten Mülls in den vergangenen Jahren gleichbleibend hoch. Über das gesamte Jahr 2017 waren es hessenweit etwa 18.000 Tonnen. Für den Schwalm-Eder-Kreis liegen den zuständigen Bauhöfen und Forstämtern keine Zahlen vor. Wirksame Lösungen für das Müll-Problem seien schwer zu finden, stellen die Forstämter fest. 

Bei illegaler Müllentsorgung müssen Täter mit Bußgeld, Geldstrafen und einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz wartet bei Wegwerfen von Haus- oder Sperrmüll eine Bußgeldstrafe auf die Täter. Diese ist abhängig vom illegal entsorgten Müll. Neben einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro müssen Täter nach Paragraf 326 des Strafgesetzbuches mit Strafanzeigen rechnen. Und zwar, wenn es durch Abfälle zu nachhaltiger Verunreinigung eines Gewässers, des Bodens oder der Luft kommt. Neben einer Geldstrafe droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, abhängig von der Gefahr des Abfalls für die Umwelt.

Quelle: HNA

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