Ordnungsamt rät zum Anruf bei der Polizei

Illegale Partys in Wolfhager Parkhaus: Lärm und Müll nerven die Nachbarn

Wünschen sich ein gepflegtes Plätzchen zum Spielen: Jennifer Elges mit ihrem Sohn John in ihrem Garten neben dem Parkhaus Torstraße. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Anwohner des Wolfhager Parkhauses Torstraße beschweren sich über Müll, Scherben und Radau. Immer wieder werden dort illegal Partys gefeiert.

Es wäre ein perfektes Plätzchen für den kleinen John. Man müsste nur ein paar Spielgeräte aufstellen und schon hätte der Einjährige nur ein paar Schritte von seinem Zuhause an der Wolfhager Torstraße entfernt ein tolles Areal, um jede Menge Spaß haben zu können. Mit der Gestaltung der grünen Parzelle stockt es allerdings. Johns Mama Jennifer Elges nennt den Grund: Immer wieder finde sie im Gras Scherben, auch Müll, und sogar Spritzen mit Nadel habe man schon aufgelesen.

Woher der Unrat kommt? Vom benachbarten Parkhaus Torstraße, erklärt die 32-Jährige. Nur eine halbhohe Mauer trennt das Parkhaus vom Garten, und vor allem an den Wochenenden sei das mittlere Parkdeck eine beliebte Partyfläche für junge Leute, die mit ihren Autos reinfahren, die Musikanlage aufdrehen und feucht-fröhlich feiern.

Dabei werden auf dem Parkflächen Flaschen zerschlagen, und immer wieder landen Scherben auch im Garten. In Absprache mit der Stadt Wolfhagen, sagt Jennifer Elges, habe man auf der Mauer zwischen Parkhaus und Garten hölzerne Sichtschutzelemente montiert. „Die haben gerade mal zwei Tage gestanden“, sagt die junge Mutter.

Wenn es mal wieder zu laut werde, gehe sie auch schon mal bis zum Garten und rufe den jungen Leuten im Parkhaus zu, sie sollen gefälligst leiser sein. Für ein paar Minuten bringe das den gewünschten Effekt, dann werde die Musik wieder lauter gedreht. Am Sonntag, sagt Elges, sei es wieder extrem gewesen, ihre Nachbarin Maritta Weide bestätigt: „Da war richtig was los“. Am Ende seien dann nicht nur das Parkdeck und der Garten vermüllt, die unerwünschte Partygesellschaft pinkle auch regelmäßig an die Mauern, es stinke zum Himmel.

Helmut Pflüger, der direkt neben dem Parkhaus wohnt, fühlt sich nicht nur durch den Lärmpegel der nächtlichen Besucher belästigt. Er habe noch ein besonderes Problem mit Schülern, die mittwochs und donnerstags zwischen 14 und 15 Uhr vor der Großgarage auf den Bus warten und sich die Zeit damit vertreiben, ihm Steine aufs Grundstück zu werfen. Ganz Dreiste, sagt der Wolfhager, sprängen sogar von der Mauer auf seine Hoffläche. Wenn er sie vertreiben will, erzählt er, „dann schmeißen die Steine auf mich“. Hilfe bekomme man keine: „Die Polizei macht nichts, und das Ordnungsamt macht auch nichts.“ Der einzige, der sich regelmäßig kümmere, sei der Straßenreiniger der Stadt, der auch am Montagmorgen wieder die ganzen Scherben und den Müll auf dem Parkdeck zusammengekehrt habe.

„In so krasser Form kennen wir das nicht“, sagt Karsten Turski von der Wolfhager Polizei zu den Klagen der Anwohner. Allerdings: Ende November vergangenen Jahres war das Parkhaus wegen eines angezündeten Autos aufgefallen, im August stellten Beamte dort Marihuana sicher, auch Farbschmierereien und Autoaufbrüche seien vorgekommen. Turski rät: „Die Leute sollten gleich Bescheid sagen, wenn es zu Störungen und Belästigungen kommt, dann wird die Polizei sich drum kümmern.“

Das sieht auch Helmut Rupp vom Wolfhager Ordnungsamt so: „Außerhalb der Dienststunden der Rathausverwaltung ruft man die Polizei an. Dann kommt ein Streifenwagen. So sind die ganz klaren Absprachen mit der Dienststelle.“

In einer Satzung, so Rupp, sei übrigens klar geregelt, was im Parkhaus verboten ist: unter anderem der Konsum von Alkohol und Drogen, auch das „unbefugte Verweilen“. Würde das in der Praxis eingehalten, weiß auch Jennifer Elges, wäre ihr Garten längst ein perfekter Platz zum Spielen.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion