Ralf Klinder ist der neue Schulleiter der Beruflichen Schulen Schwalmstadt

Immer einen Schritt weiter

Leitspruch: Ralf Klinder muss sein neu bezogenes Schulleiterbüro an den Beruflichen Schulen in Ziegenhain noch einrichten. Dieses Bild aber hängt schon. Foto: Nickoll

Ziegenhain. Ralf Klinder ist ein pragmatisch denkender Mensch. „Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war“, heißt eines seiner Lieblingszitate. Es hängt an der Wand hinter seinem neuen Schreibtisch in den Beruflichen Schulen Schwalmstadt in Ziegenhain. Das Büro bewohnt er schon, ins Amt des Schulleiters der Beruflichen Schulen wird er morgen Nachmittag in der Schule eingeführt.

„Man sollte nach einer schönen Erfahrung nicht traurig sein, dass sie vorbei ist, sondern sich darauf freuen, dass bald etwas Neues kommt“, sagt der gebürtige Sachsen-Anhalter über das Zitat. Er selbst versuchte diesen Rat zu befolgen und nutzte Chancen, wo sie sich boten.

Bevor er Lehrer wurde, war der Diplomingenieur der Luftfahrzeugtechnik jahrelang im Dienst der Bundeswehr. „Metall war immer mein Ding“, sagt der 47-Jährige. Nach fast zehn Jahren im Dienst der Bundeswehr ging er 1997 neue Wege. „Damals wurden Berufsschullehrer gesucht. Außerdem habe ich gemerkt, dass mir das Ausbilden junger Menschen Spaß macht und ich es auch ganz gut kann.“ Er begann, an der Gesamthochschule in Kassel Berufspädagogik mit den Fächern Metalltechnik und Politik zu studieren.

Das Referendariat absolvierte er in Ziegenhain an den Beruflichen Schulen. Von 2003 bis 2007 unterrichtet er dort, dann übernahm er die stellvertretende Schulleitung. Um sich für eine Leitungsfunktion fit zu machen, war er zuvor ein Jahr am Staatlichen Schulamt in Fritzlar. „Ich wollte die Verwaltungsabläufe an der Schule kennenlernen“, sagt Klinder.

In den Schwalm-Eder-Kreis kam Klinder 1993, als er zum Heeresfliegerstandort nach Fritzlar versetzt wurde. „Das war mein Wunsch, denn es war nicht so weit weg vom Harz, und die Ecke gefiel mir gut.“ Seitdem ist er im Schwalm-Eder-Kreis.

Die Liebe zur Technik lebt er heute privat aus mit seinem Motorrad, einer Harley Davidson. „Ich fahre viel, aber nur bei schönem Wetter“, sagt Klinder. Auch sei er ein Naturmensch und viel mit dem Wohnmobil in den USA unterwegs.

Die Zusage erreichte ihn im Skiurlaub im Januar. Für sein neues Amt hat er sich viel vorgenommen. „Manches sind auch hehre Ziele“, sagt Klinder. „Mein Wunsch ist es, dass wir irgendwann auch die rechtliche Selbständigkeit erreichen.“ Die Schule habe zwar heute schon ein eigenes Budget, über das sie selbständig entscheiden könne. Klinder möchte aber noch einen Schritt weiter gehen. „Bei rechtlicher Selbständigkeit wäre nicht mehr der Kreis der Träger, sondern die Schule Rechtsträger, fast wie eine Firma.“ Das ist seiner Meinung nach die Zukunft aller Schulen. „Man ist flexibler, unabhängiger und hat mehr Gestaltungsspielraum.“

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“

Laotse, Spruch in Klinders Büro

Ein weiteres Anliegen sei die Weiterbildung: „Uns muss klar sein, dass wir mitunter nicht wissen, was unsere Schüler in zehn Jahren brauchen. Wir müssen ihnen aber die Fähigkeiten vermitteln, mit den sich ständig wandelnden Anforderungen in der Wissensgesellschaft umgehen zu lernen.“ Nicht auf das Faktenlernen komme es an, sondern auf das Verstehenlernen. Dazu passt ein anderes Zitat von Laotse in seinem Büro: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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