„Immer freundlich sein“

Der Mazedonier Avni Tairi hat es in Deutschland geschafft

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Fröhlich am deutschen Tannenbaum: Avni Tairi (links), hier mit Martin Bechtel, arbeitet seit zwei Jahrzehnten im Service des Hotels.

Zella. Vor exakt 20 Jahren hatte Avni Tairi (40) seinen ersten Arbeitstag im Hotel Bechtel in Zella: Daran erinnert sich der gebürtige Mazedonier noch genau. „Es war schwierig, denn ich sprach ja noch nicht so gut Deutsch, aber allen hatten sehr viel Geduld mit mir“, erzählt er.

Heute gehört Avni quasi zum „Inventar“. Herzlich ist das Verhältnis zu Martin Bechtel, seiner Frau Susanne, den Zwillingen und der Familie des Seniorchefs. In einer kleinen Feierstunde bedankten sich Bechtels jetzt für Tairis Treue. „Avni hat sich zusammen mit seinem Bruder bei uns vorgestellt. Vorher hatte er bereits in einer Pizzeria gearbeitet. Schon beim Probearbeiten einige Tage später zeigte sich, dass es gut mit ihm läuft“, erzählt Bechtel.

Denn der Beruf des Kellners sei bei weitem kein leichter. Das gibt auch Avni zu: „Man muss immer freundlich sein. Ganz egal, mit welchem Fuß der Gast aufgestanden ist. Zuvorkommend, höflich sein - das kommt immer und bei allen Altersklasse immer noch gut an.“

Nach und nach habe er „ganz gut“ Deutsch gelernt, erklärt der Mazedonier. „Viele denken, ich komme aus Italien.“ Und Bechtel ergänzt: „Avni hat eine kleine Fangemeinde. Viele fragen nach unserem Italiener.“

Dabei spricht der 40-Jährige tatsächlich auch Italienisch: „Für unsere Gäste aus Italien – und davon gibt es einige – ist Avni der perfekte Ansprechpartner“, sagt Bechtel.

Im Betrieb hat sich der Wahl-Ziegenhainer vieles selbst erarbeitet. „Oder von mir oder meiner Frau gelernt, wir waren beide auf einer Hotelfachschule“, sagt Martin Bechtel.

„Avni hat eine kleine Fangemeinde. Viele fragen nach unserem Italiener.“

Martin Bechtel

Was als Aushilfsjob begann wurde alsbald zur Festanstellung. Denn Avni bringt etwas mit, was für den Beruf des Kellners – mittlerweile ist er Oberkellner und plant und koordiniert zusammen mit dem Chef die Dienste – unerlässlich ist: „Es macht ihm Freude, mit Menschen zu arbeiten, mit ihnen zu plaudern, ihnen natürlich auch Dinge zu empfehlen“, erklärt der Unternehmer. Dabei sei der Mazedonier pünktlich, zuverlässig und flexibel: „Aber das musste ich erst lernen“, sagt der 40-Jährige und zwinkert.

Im Betrieb respektiere man sich und vor allem auch die Religion: „Es ist klar, dass Avni als Moslem kein Fleisch isst und keinen Alkohol trinkt, aber er hat kein Problem, es galant an die Tische zu tragen und zu servieren“, erzählt Bechtel.

In Zella fühlt sich der 40-Jährige wohl: „Ich bin dankbar, hier eine Chance bekommen zu haben. Und ich hoffe, dass mein Chef auch weiterhin mit mir so zufrieden ist - ich bin es mit meinem Beruf auf jeden Fall.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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