Klimawandel und Getränkefirma werden verdächtigt

Immer mehr Bäche und Quellen im Wolfhager Stadtwald trocknen aus

Wolfhagen. Im und um den Wolfhager Stadtwald sind Quellen, Bachläufe und ehemals morastige Waldgebiete ausgetrocknet. Eine Situation, die sich in den vergangenen zwei Jahren massiv verschlechtert hat, sagen ältere Wolfhager, Naturfreunde und die Mitglieder der Angelvereine.

In Verdacht dabei ist immer wieder die Wassergewinnung der Getränkefirma Vitaqua, die seit dem Jahr 2010 pro Jahr 2,3 Millionen Kubimeter Grundwasser entnehmen darf.

Dieter Spangenberg, Wassermeister bei den Stadtwerken, betont immer wieder, dass es keinen Zusammenhang gibt. Vitaqua entnehme Wasser aus tieferen Schichten, Bäche und Quellen würden aus Oberflächenwasser gespeist. Gleichwohl kann Spangenberg bestätigen, dass im Altkreis Quellen und Bachläufe zunehmend austrocknen. „Der Bach bei Freckenhausen in der Nähe der Kreisklinik hat massiv an Wasser verloren“, so Spangenberg. Dies beobachte er seit Langem. Der Wassermangel hänge wohl mit dem Klimawandel zusammen.

Das Regierungspräsidium in Kassel hat der Firma Vitaqua die Wasserentnahme genehmigt. „Die Erlaubnis ist bis zum Jahr 2017 befristet“, sagt stellvertretender Pressesprecher Jörg Wiegel. Alle zwei Jahre müsse die Firma einen Bericht vorlegen. Dies sei im März kommenden Jahres wieder der Fall. Aufgrund der Beschwerden werde man der Sache jedoch auch schon früher nachgehen. Das RP plant einen Ortstermin in Wolfhagen.

Eine Verbindung zwischen trockenen Quellen und der Firma Vitaqua herzustellen, nennt der Leiter des Forstamtes Wolfhagen, Uwe Zindel, spekulativ. Auch er hat als Ursache für die massiven Veränderungen im Wasserhaushalt den Klimawandel in Verdacht. Die Niederschlagsdefizite der vergangenen zehn Jahre seien vermutlich für den Wassermangel und die trockenen Bachläufe verantwortlich.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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