Für Betroffene gibt es im Wolfhager Land Entlastungsangebote

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz

Wolfhager Land. Eine 83-Jährige, die nach ihrer verstorbenen Mutter sucht; ein 71-Jähriger, der seinen Sohn nicht mehr erkennt – Fälle wie diese nehmen zu im Wolfhager Land.

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz, wie Karin Tietz, Altenhilfeplanerin des Landkreises Kassel, bestätigt. Hessenweit sind es etwa 72.000 Menschen. Im Landkreis Kassel lag die Zahl der rechnerisch möglichen Demenzerkrankungen im Jahr 2011 bei 4100. Laut Hochrechnung steigt sie bis 2025 auf knapp 5000.

Damit steigt der Bedarf an Unterstützung für die Angehörigen. Denn die Krankheit verändert nicht nur das Leben der Betroffenen. Auch die Familienmitglieder müssen in die Versorgungsrolle erst hineinwachsen. „Viele Angehörige wissen zu Anfang nicht, was sie erwartet und wie schwierig es werden kann. Sie kommen erst in die Beratung, wenn die Situation schon fast eskalliert“, sagt Tietz. Eine Erfahrung, die Karin Zipperer-Heinemann teilt. Die Leiterin des Zentrums für Demenz in Wolfhagen weiß, dass es für die Angehörigen oft schwer ist, Hilfe anzunehmen.

Doch ohne eigene Erholungsphasen ist die Betreuung von Demenzkranken kaum zu schaffen. Besonders die psychische Belastung ist groß - für beide Seiten. Für die Betroffenen ist „die erste Phase der Krankheit oft die schlimmste“, so Zipperer-Heinemann. „Sie bekommen mit, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und darunter leiden sie sehr.“ Für die Angehörigen ist es eine Belastung zu wissen, wie der Kranke vor der Demenz war. Zur Entlastung vermittelt das Zentrum für Demenz Freiwillige, die die Kranken für ein paar Stunden in der Woche betreuen. Eine andere Möglichkeit ist die Kurzzeitpflege, bei der die Betroffenen bis zu vier Wochen im Jahr stationär untergebracht werden. Ein Angebot, das laut Inga Röll, Heimleiterin der Bergparkresidenz in Zierenberg, gut angenommen wird.

Quelle: HNA

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