Appetitlosigkeit, Demenz und Altersdepression sind oft Ursache

Immer mehr Senioren mit Mangelernährung

Wolfhagen. Immer mehr Senioren müssen in Kliniken wegen Mangelernährung behandelt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse DAK nach Auswertung aktueller Daten. Auch in der Kreisklinik Wolfhagen wurden im vergangenen Jahr 271 Mal die Diagnose Mangelernährung festgestellt. Im Jahr 2010 waren es 259 Diagnosen.

Eine Tendenz könne man aus den Zahlen noch nicht ableiten, sagt Dr. Norbert Krauss, Chefarzt der Inneren Abteilung der Wolfhager Klinik. Laut DRK-Studie sei in Deutschland die Zahl der Betroffenen in den vergangenen zwei Jahren jedoch um 53 Prozent gestiegen. Im Jahr 2010 wurden bei der Krankenkasse 17 000 Krankenhausbehandlungen mit der Haupt- und Nebendiagnose Mangelernährung abgerechnet. 2008 waren es noch etwa 11 000.

„Die meisten Patienten, bei denen eine Unterernährung festgestellt wird, kommen wegen etwas anderem ins Krankenhaus“, sagt Dr. Krauss. „Bei jedem Patienten, der aufgenommen wird, schauen wir nach dem Ernährungsstadium.“ Eine Mangelernährung könne die Haupterkrankung negativ beeinflussen, erklärt der Internist. „Tumorpatienten haben damit eine schlechtere Lebenserwartung.“

Mangelhafte Ernährung bei Senioren sei auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. „Menschen im hohen Alter klagen oft über Appetitlosigkeit. Bei Demenzkranken kommt es häufig auch vor, dass sie das Essen einfach vergessen.“ Personalknappheit in Altersheimen könne außerdem dazu führen, dass alte Menschen, die länger zum Essen brauchen, dafür nicht genügend Zeit haben. „Dann werden die Patienten oft über eine Sonde ernährt.“

Bei Menschen, die zurückgezogen und allein leben, bestehe außerdem die Gefahr einer Altersdepression. „Diese Menschen sind dann oft nicht mehr lebens- und willensstark genug, sich ausreichend zu ernähren.“ Hintergrund, Zum Tage

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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