Interesse an Firmengründung ist deutlich gestiegen

Immer mehr wollen ihr eigener Chef sein

Wolfhager Land. Immer mehr Menschen wollen beruflich auf eigenen Füßen stehen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Agentur für Arbeit verzeichnen in ihrem Bezirk, zu dem auch der Altkreis Wolfhagen gehört, ein großes Gründungsinteresse.

Die IHK-Mitarbeiter haben im vergangenen Jahre 1280 potentielle Gründer persönlich beraten. 2009 hatten 1057 Menschen das Servicezentrum besucht.

„Das Ergebnis ist eine Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise“, so Carsten Heustock von der IHK. Die Krise erhöhe die Motivation für eine Existenzgründung. So legten die Gründungen aus Arbeitslosigkeit von 107 im Jahr 2009 auf 440 im vergangenen Jahr zu.

Normalerweise sei die Zahl der Existenzgründer rückläufig, wenn die Konjunktur im Aufwind sei, so Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit. „Doch entgegen dem Trend nehmen seit Mitte 2010 die Anfragen zu, obwohl es in Nordhessen bei den Betrieben weiterhin rund läuft.“ Über die Gründe könne man nur spekulieren: Manche hätten einfach gute Ideen für Marktnischen oder wollten sich nicht mehr zum Spielball eines Arbeitgebers machen.

Im März erhielten bei der Arbeitsagentur 659 Existenzgründer einen Gründungszuschuss (ehemalige Arbeitslose) und 40 Gründer ein Einstiegsgeld (ehemalige Hartz-Bezieher). Nicht in der Statistik tauchen die auf, die sich ohne Fördermittel selbständig gemacht haben.

Nicht jeder, der eine Geschäftsidee hat, erhält den Zuschuss. „Wir prüfen die potentiellen Existenzgründer auf Herz und Nieren“, so Sennhenn.

Weit vorn bei den Gründungsberatungen lagen Dienstleistungen und der Handel. Die wenigsten Gründungen entfallen auf den Bereich Industrie und verarbeitendes Gewerbe. Gute Chancen für einen Markterfolg sieht Carsten Heustock im Bereich Regenerative Energien und Gesundheitswirtschaft.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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