Immer neugierig bleiben

HNA-Interview mit Bodo Bach vor seinem Auftritt in Fritzlar

Bodo Bach und die Autos: In und auf den Wagen fühlt er sich wohl. Sein aktuelles Programm heißt „Auf der Überholspur“. Foto: privat

Seine Scherzanrufe im Radio haben ihn berühmt gemacht: Bodo Bach. Mit „Auf der Überholspur“ ist er am 12. Dezember in Fritzlar.

Mit Anke Laumann sprach er über „Erste Male“ und Auftritte ohne Telefon.

Herr Bach, Sie haben vor mehr als 20 Jahren den Satz „Ich hätt da gern emal e Problem“ geprägt. Können Sie den Satz noch hören? 

Bodo Bach: Ich höre den gerne. Ich bin ganz stolz. Das ist ja schon ein geflügeltes Wort, die Leute melden sich am Telefon so. Ich finde den Satz nach wie vor sehr gut, weil er sehr gut beschreibt, was ich damals gemacht habe. Ich hatte ein Problem und die Leute sollten mir helfen, das zu lösen.

Gab es Anrufe, die Ihnen unangenehm waren? 

Bach: Ich habe ein paar Leute ganz schön auf die Schippe genommen. Aber ich darf sagen: Bis auf zwei, drei Ausnahmen waren am Schluss alle mit mir gut Freund. Ich bin ein schüchterner Mensch, diese Anrufe waren nicht immer angenehm, aber ich war ja auch nicht bösartig. So war es für beide Seiten eine schöne Zeit.

Lexikonwissen:

Bodo Bach bei Wikipedia

Scherzanrufe im Radio gibt es noch immer. Warum funktioniert das Format weiterhin? 

Bach: Weil Schadenfreude noch immer ein schönes Unterhaltungselement ist. Die Leute haben Spaß daran, an anderen einen Scherz auszuprobieren.

Was ist das Schwierige bei solchen Telefonaten? 

Bach: Ich habe die Scherzanrufe einmal die Woche gemacht und hatte Probleme, immer ein gutes Telefonat hinzubekommen. Ich war ja darauf angewiesen, was am anderen Ende passiert. Und mal eben irgendwo anzurufen und jemanden zu ärgern, war nicht meine Absicht. Ich wollte immer eine Geschichte.

Sie hatten mehr als 2000 Anrufe. Wie war es, als Sie ohne Telefon auf die Bühne gegangen sind? 

Bach: Ich hatte Angst, dass es einen Bodo ohne Telefon nicht geben kann. Ich hatte das Gefühl, die Leute erwarten das und wollen, dass ich jemanden anrufe. Aber das war falsch. Es klappt auch ohne Telefon sehr gut. Viele Leute kommen und sagen: „Wir dachten, Sie telefonieren immer noch. Aber das ist ja ohne viel lustiger.“

Ihr aktuelles Programm heißt „Auf der Überholspur“. Sie touren damit durch Deutschland, stehen mehrmals die Woche auf der Bühne. Wie entschleunigen Sie? 

Bach: Im Auto, da spanne ich wirklich ab. Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem ich nicht mehr alles ernst nehme, was um mich herum passiert. Und ich mache meine Internetseite selbst, gehe mit meiner Frau spazieren. Ich komme gut runter.

Sie ermuntern in dem Programm, wieder „Erste Male“ zu erleben. Was haben Sie zuletzt Neues erlebt? 

Bach: Ich habe eine Busreise gemacht. Ich bin leidenschaftlicher Autofahrer und konnte mir das nicht vorstellen. Es war entsprechend unangenehm für mich. Eine Busreise zieht sich. Und die Musik, die da läuft. Das ist alles nicht meine Welt.

Gab es eine zweite Fahrt? 

Bach: Die Rückfahrt noch, aber das war es erstmal. Und solange ich Autofahren kann, fahre ich lieber selber. Dann bestimme ich, wie schnell ich fahre, wann ich fahre und wohin ich fahre.

Was möchten Sie in Ihrem Programm vermitteln? 

Bach: Der Mensch sollte immer neugierig bleiben und nicht gleich sagen: Ach, das kenne ich nicht, das will ich nicht. Es fängt schon bei Kleinigkeiten an. Warum nicht mal zum Inder gehen und testen, wie es dort schmeckt? Einfach ein bisschen Spaß haben am Leben und nicht sagen, jetzt bin ich alt und bleibe daheim.

Was wollen Sie noch Neues machen? 

Bach: Ach, was ich alles mache. Ich bin neugierig. Weil ich viel unterwegs bin, bin ich eh jeden Abend mit neuen Situationen konfrontiert. Jeder Abend ist anders, ich spule nicht mein Programm herunter. Ich bin immer aufgeregt und hoffe, dass es gefällt. Und man erlebt im Alter natürlich erste Male, die schmerzhaft sind.

Welche „Erste Male“ schmerzen besonders? 

Bach: Man verliert schon mal Freunde. Früher war es der Nachbar oder der Opa und damit eine andere Generation.

Wie geht man damit um? 

Bach: Ich habe dafür kein Rezept. Das muss man erfahren. Man muss es annehmen und gucken, dass man darüber spricht. Es ist schmerzhaft. Auch Schmerz ist ein erstes Mal. Darum geht es aber in meinem Programm nicht. Wir reden nicht übers Sterben, sondern übers Älterwerden mit Spaß und Freude.

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Quelle: HNA

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