Manuela Aubel ist Ansprechpartnerin der Auszubildenden bei der B. Braun Melsungen AG

Sie hat immer ein offenes Ohr

Hat immer ein offenes Ohr für Azubis: Manuela Aubel aus Kehrenbach (Mitte) mit den Lehrlingen Jannik Platzer (Melsungen), Marie-Sophie Krug (Rotenburg) Annika Knierim (Morschen) und David Hoppe (Heinebach) im Werk W der B. Braun AG. Foto:  Brandau

Melsungen. Als Manuela Aubel vor knapp 30 Jahren entscheiden sollte, was sie werden wollte, musste sie nicht lange überlegen. Es sollte ein Beruf im sozialen Bereich sein. Einer, bei dem sie mit vielen Menschen zu tun haben würde, die sie betreuen und beraten und der sie erfüllen sollte. Sie schrieb nur eine einzige kaufmännische Bewerbung – an die B. Braun AG. Einfach, weil das Unternehmen vor der Haustür lag. Kurze Zeit später begann die Kehrenbacherin dort eine Ausbildung zur Bürogehilfin.

Damals arbeitete sie mit Kugelkopfschreibmaschine, Korrekturband und Durchschlag, und tüftelte mit Rechenschieber und Lineal die Dienstpläne aus. Es war die Zeit, in der man in den Büros noch Telegramme verschickte und darauf achtete, dass die Fernschreibbänder nicht geknickt wurden.

Wenn die 45-Jährige den heutigen Auszubildenden davon erzählt, staunen die nicht schlecht. Und vor allem staunen sie darüber, dass das alles nicht etwa schon 300, sondern erst 30 Jahre zurückliegt. Damals erlernten Maler und Lackierer, Bauschlosser, Tischler und Maurer bei der B. Braun AG ihr Handwerk. Heute bietet es eine riesige moderne Berufsvielfalt und gleich zwei Ausbildungswerkstätten.

„Die Azubis sollen wissen, dass sie mit uns über alles reden können.“

Manuela Aubel

Und so, wie die Arbeitswelt sich verändert hat, hat sich Manuela Aubel mit verändert – nicht nur, was den Stand der modernen Bürotechnik angeht. Die 45-Jährige ist eine wichtige Ansprechpartnerin für die 280 technischen Azubis der B. Braun AG.

Zusammen mit den kaufmännischen Lehrlingen befinden sich zurzeit mehr als 400 junge Leute im Melsunger Unternehmen in der Berufsausbildung. „Diese Zahlen spiegeln das stete Wachstum des Unternehmens wider“, sagt Kay-Henric Engel, Leiter der Berufsausbildung.

Niedrige Hemmschwelle

Insgesamt zwei Stockwerke sind im Werk W in den Pfieffewiesen für die Ausbildung reserviert, 2011 ist dort mit dem Einzug ins neue Gebäude ein eigenes Zentrum entstanden. Eines, in dem erstmals in der Geschichte des Unternehmens die kaufmännische und technische Ausbildung zusammengefasst wurde. „Wir wollen, dass die jungen Menschen ihre Interessen und Potenziale bei uns ganz individuell entwickeln können“, sagt Kay-Hendric Engel. „Das ist für uns eine Frage der Kultur – wir haben als Unternehmen schließlich eine gesellschaftliche Verantwortung.“

Manuela Aubel sorgt mit dafür, dass diese Kultur gepflegt ausgebaut wird, sie steht den Auszubildenden bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Ob jemand das Ein- oder Ausstempeln vergessen hat, ob es um Themen wie Gleitzeit, Termine, Atteste, Bescheinigungen, Zeugnisse geht – Manuela Aubel hat Lösungen für viele Probleme und Antworten auf fast alle Fragen. Die Hemmschwelle, dass diese Fragen auch ohne Sorge gestellt werden, halten die Kehrenbacherin und ihr Team so niedrig wie möglich. „Die Azubis sollen wissen, dass sie mit uns über alles reden können.“

Manuela Aubel hat also tatsächlich genau das erreicht, was sie vor 30 Jahren wollte: Sie hat einen sehr sozialen Beruf, der sie erfüllt. Die Kugelkopfschreibmaschine und Rechenschieber haben ihr nicht etwa den Weg zum Traumberuf verwehrt, sondern vielmehr erst ermöglicht. Manche Wünsche werden seltsamerweise oft erst über Umwege wahr.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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