Immobilienmanagement will Mahnmal nicht zurück an den alten Standort

Klassizistische Fassade, moderner Vorplatz: Mit der Neugestaltung des Platzes vor dem ehemaligen Landratsamt, jetzt Hessisches Baumanagement, musste das Mahnmal nach nebenan an den Wallgraben weichen. Fotos:  Grede

Ziegenhain. Das Mahnmal wird vermutlich weiterhin ein Schattendasein fristen: 1962 war der Obelisk am Rande des Großen Wallgrabens in Ziegenhain als „Mahnmal für die deutschen Ostgebiete“ vor dem damaligen Landratsamt feierlich enthüllt worden.

Mit der Umgestaltung des Platzes vor dem Hessischen Baumanagement wechselte es seine Position an seinen heutigen Standort. Seitlich des Parkplatzes, unter Bäumen, steht es fast versteckt in der Nähe des Erweiterungsbaus des Ziegenhainer Gefängnisses. Eine Initiative um Horst W. Gömpel (Treysa) hatte eine Veränderung gefordert (wir berichteten).

„Eine Rückversetzung des Denkmals in die neu gestaltete Freifläche betrachten wir auf den ersten Blick aus verschiedenen Gründen zurückhaltend“, lautet die offizielle Stellungnahme des Amts für Immobilienmanagements, das sich als Eigentümer der Liegenschaft äußert. In einem Schriftverkehr, der der HNA vorliegt, wird man deutlicher: In das Gestaltungskonzept des jetzigen Platzes habe das Denkmal nicht eingebunden werden können. Zu der streng gegliederten Fassade sei eine moderne Platzgestaltung mit klaren Formen und symmetrischer Anordnung der Bäume zum Eingang gewählt worden. Auch ein mittiger Standort auf dem Platz sei nicht gewollt gewesen. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, es am Rande des Parkplatzes unter einem Baum aufzustellen. In ähnlichem Zusammenhang habe das Denkmal auf dem Platz gestanden. Ein freier Zugang und gezielter Besuch zum jetzigen Standort des Denkmals sei auch jetzt jederzeit möglich.

Das Hessische Immobilienmanagement signalisiert, dass eine weiterer Standortwechsel durchaus möglich sei. Sei eine Versetzung des Denkmals an einen anderen Standort in Schwalmstadt übereinstimmend gewünscht, sollten sich alle Beteiligten zu einem Gespräch zusammenfinden, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen, erklärt die Behörde. Die Stadt sieht sich in diesem Zusammenhang in der Vermittlerrolle.

Gömpel, der sich gemeinsam mit seiner Frau mit der Geschichte der Vertriebenen in Nordhessen befasst, hofft weiterhin auf mehr Sensibilität für dieses Bauwerk.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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