Das Ensemble „Voci di Gabrielli“ bot Musik aus vier Jahrhunderten in Bad Zwesten

Imposant und seidenweich

Eindrucksvolle Klänge: 18 Tenor-, Alt-, Bass- und Kontrabassposaunen ertönten in der Bad Zwestener Kirche. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. Imposante, aber auch seidenweiche Posaunenklänge verströmten deutsche und ungarische Musiker des Ensembles „Voci di Gabrielli“ in der Bad Zwestener Kirche. In einem kontrastreichen Programm schlugen sie einen gewaltigen Bogen über vier Jahrhunderte.

Er reichte von alten zu neuen Meistern, von tänzerischen zu sakralen Klängen und von Opern- und Musicalmelodien zur Filmmusik. Gespielt wurden Bearbeitungen in wechselnden Besetzungen für sechs bis achtzehn Posaunen.

Beschwingt und fröhlich wurde das Konzert mit einem „Rigaudon“ von Georg Böhm (1661 bis 1733) eröffnet. Dem folgte, ruhig schreitend, eine „Chaconne“ von Johann C.F. Fischer (1656 bis 1746). Großartig, wie Johann Sebastian Bachs musikalische Ausdeutungen des Textes von „Actus Tragicus“ von den Posaunisten mit erhabenen, strahlenden und schwerelosen Klängen umgesetzt wurde.

Christian Sprenger und György Gyiviscan, die beiden Chorleiter, traten als Solisten hervor.

Eindrucksvolle, variable Klangbilder zeichneten die Bläser in Ludwig van Beethovens Ouvertüre zum Schauspiel „Egmont“ aus dem Jahr 1809. Kraftvolles Fortissimo charakterisierte die herrischen Spanier. Behutsames Pianissimo beschrieb die unterdrückten Niederländer. Ein kurzes, feines Klagemotiv verkündete Graf Egmonts Tod. In triumphaler Sinfonik erklang schließlich der Wille der Niederländer zur Freiheit und zum Sieg.

Musik aus Filmen

Glänzend und variantenreich dargeboten wurde nach der Pause auch der Streifzug durch die Filmmusik. Mal richtig aufgedreht, mal mit ergreifenden Melodien ging es von „Rocky“ über „Braveheart“ bis zu „Wie im Himmel“. Zwischendurch stieg man in die Kellergewölbe der alten Pariser Oper hinab und spürte mit erregender Klangpracht Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ auf.

Fulminante Posaunen beförderten das Publikum mit „Star Wars“- Klängen von John Williams in den Weltraum. „Voci di Gabrielli“, das völkerverbindende Posaunen-Ensemble, bewies auf vielen Feldern seine Klasse und faszinierte mit lupenreinen Tönen, wundervollen Bläsersätzen und großer Spielfreude. Und das alles für einen guten Zweck: die Renovierung der Kirche.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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