Spurensuche in der Vergangenheit 

In einem Gebiet bei Ellenberg soll ein Geist wohnen

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Er kennt sich mit den Geschichten in der Region aus: Karl-Werner Kunz aus Ellenberg steht im Wald nahe der Brunslarer Straße und zeigt auf die Schlucht, wo einst ein Schloss gestanden haben soll.

Guxhagen. Um diesen Platz rankt sich eine besondere Geschichte: Die Sage dreht sich um ein versunkenes Schloss, das im Wald bei Ellenberg gestanden haben soll.

Eigentlich deutet gar nichts mehr darauf hin, dass im Wald zwischen Ellenberg und Altenbrunslar mal ein Schloss gestanden haben soll – nicht mal auffällig große Steine sind dort zu finden. Aber die Sage um das versunkene Schloss wird heute noch den Kindern im Ort erzählt – und die Geschichte ist so schaurig, dass sich wohl nur wenige zur Geisterstunde in den Wald trauen.

Der Ellenberger Geschichtsexperte Karl-Werner Kunz ist im heimatlichen Sagenbuch von Karl Wehrhan wieder auf die Geschichte gestoßen. Das Buch erschien 1931.

Im Buchenwald zwischen Ellenberg und Altenbrunslar – nur wenige Schritte von der Brunslarer Straße entfernt – tut sich im Wald ein lichter idyllischer Platz auf. Vor vielen Jahren soll an der Stelle, an der sich heute eine Schlucht befindet, ein Berg gestanden haben, heißt es. Auf diesem Berg habe ein prächtiges Schloss gestanden, das von einem grausamen Ritter bewohnt worden sei.

Der Ritter habe ein Edelfräulein geheiratet. Weil er sich dann aber in eine andere Frau verliebt habe, habe er seine erste Gemahlin verstoßen. Als die sich wieder zu ihm aufs Schloss traute, habe der Ritter einen Kettenhund auf sie gehetzt, der sie zerfleischte.

Doch für diese grausige Tat sollte der Ritter büßen: eines Nachts soll sich nach einem Erdbeben der Boden geöffnet und den Berg samt Schloss und dessen Bewohner verschlungen haben.

Wer zur Geisterstunde diesen Platz im Wald besucht, dem soll die Gemahlin des Ritters erscheinen – „in weißem Kleide und dazu der grausige Kettenhund“. Ob an der Geschichte was dran ist? „Ich weiß es nicht“, sagt Kunz. „Ich glaube aber, die Leute hatten damals viel Zeit, um sich solche Sachen auszudenken“, sagt der Rentner lachend.

Spurensuche im Internet

Um herauszufinden, was es mit der Sage auf sich hat, ist Kunz sogar schon in Marburg beim Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde gewesen. „Aber man findet nichts. Auch im Internet nicht.“

Die Stadt Brechelsdorf, die ebenfalls in der Sage erwähnt wird, habe es aber tatsächlich gegeben, sagt Karl-Werner Kunz. „Das war allerdings eine Wüstung. Und die war auch nicht hier im Wald, sondern näher in Richtung Altenbrunslar.“

Quelle: HNA

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