Der Skulpturenpark öffnet die Pforten

"In einem völlig anderen Land": Willingshäuser Stipendiat eröffnet seine Ausstellung

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Künstler Daniel von Bothmer eröffnet am Freitag seine Kunstausstellung „Skulpturenpark Mitteldeutschland“ in der Kunsthalle in Willingshausen

Willingshausen – „Die Arbeitszeit in Willingshausen war ein sehr geiles Erlebnis.“ Das sagt Daniel von Bothmer. Der 48. Stipendiat eröffnet am Freitag seien Ausstellung.

Seit Mitte Februar wohnte Daniel von Bothmer für drei Monate im Hirtenhaus und arbeitete im Atelier des Gerhardt-von-Reutern-Hauses. Am Freitag eröffnet er um 19 Uhr seine Ausstellung „In einem völlig anderen Land“ in der Kunsthalle Willingshausen.

So fühlte sich von Bothmer auch, als er zu Beginn seines Stipendiums in Willingshausen ankam. Der Künstler kommt aus Bremen und hat in Kassel an der Kunsthochschule studiert. 2017 machte er seinen Abschluss, ein Jahr lang absolvierte er an der Uni ein Meisterschülerjahr, welches nur besonders gute Studenten machen dürfen.

Er kannte sich im Landleben gar nicht aus

„Wenn man danach als Künstler weiterarbeiten möchte, muss man entweder einen Platz an einer Galerie bekommen oder sich für Stipendien bewerben“, erzählt von Bothmer. Als Kasseler Student lag die Bewerbung in Willingshausen nah. „Das ist ein schöner Ort für ein Stipendium mit guten Arbeitsmöglichkeiten“, blickt von Bothmer auf seinen Aufenthalt zurück und gibt lachend zu: „Ich bin eigentlich total unerfahren, was das Landleben angeht.“

Hier zeigt Daniel von Bothmer eins seiner Deutschlandgesichter, die einen Teil der Ausstellung ausmachen.

Dadurch, dass man von nichts abgelenkt werde, könne man sehr gut und in Ruhe arbeiten, sagt von Bothmer. Man dürfe nicht denken, die Stipendiaten würden drei Monate Urlaub machen: „In der Regel hatte ich einen normalen Acht-Stunden-Tag.“

"Der Skulpturenpark Mitteldeutschland öffnet seine Pforten"

Die Ausstellung kündigt Daniel von Bothmer mit den Worten „Der Skulpturenpark Mitteldeutschland öffnet seine Pforten“ an. Die Besucher dürfen sich auf Kunst freuen, in der viele Arbeitsweisen kombiniert werden. „Es macht mir enormen Spaß, Räume zu schaffen“, sagt von Bothmer. Er habe einen großen Bezug auf Trivial- und Popkultur, außerdem verarbeitet er Alltagserlebnisse auf installative Weise mit Skulpturen, Malerei und Gegenständen. Dazu kommt eine Vorliebe für Comics, er macht auch Zeichentrickfilme.

Passend zu den unterschiedlichen Aspekten soll auch die Ausstellung aufgebaut sein. „Sie wird multimedial sein“, kündigt von Bothmer an. Neben den Ausstellungsgegenständen soll es im Skulpturenpark auch High-End-Optikbilder und Soundelemente geben. 

Außerdem kündigt von Bothmer an: „Was mich umgibt, fließt auch in die Ausstellung ein. Aber ich mache die Ausstellung nicht nur dafür, dass die Besucher sagen: Ah, er hat wirklich hier gearbeitet.“ Er mache seit 15 Jahren Kunst, sei geprägt und beeinflusst: „Ich mache keine reine Schwälmer Ausstellung, das funktioniert für mich nicht. Ich möchte mich nicht anbiedern.“

Arbeiten waren nicht immer einfach

Dass die Arbeiten während eines dreimonatigen Stipendiums nicht immer ganz einfach sind, hat Daniel von Bothmer erlebt: „Man kann schon unter Druck geraten, wenn man weiß, dass man nur drei Monate Zeit hat. Man muss relativ früh wissen, was man macht.“ Die Keramiken müssen geformt und gebrannt, Sachen müssen entworfen und bestellt werden. Umso mehr freut er sich, dass es am Freitag nun los geht. Bis zum 2. Juni hat der Skulpturenpark Mitteldeutschland geöffnet, ehe er seine Pforten wieder schließt.

Öffnungszeiten der Ausstellung sind dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.

Quelle: HNA

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