Tiere mit ruhigem Gemüt

In Homberg mischen zwei Katzen das Awo-Altenzentrum auf

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Alle sind zufrieden: Die Fundkatze Lilly darf sich willkommen fühlen im Awo-Altenzentrum, Bewohnerin Theres Schmidt (links) und Wohnbereichsleiterin Jana Berger haben ihre Freude an der Mitbewohnerin.

Homberg. Katzen in einem Altenheim? Ja, so etwas gibt es. Das Awo-Altenzentrum in Homberg gehört zu den Wenigen, die den Schritt mit den Vierbeinern gewagt haben. Die Bewohner freuen sich über den tierischen Zuwachs.

Die Katze Awoline ist vier Jahre alt. Seit sechs Monaten lebt sie in der unteren Etage. „Sie ist uns zugelaufen“, so die stellvertretende Awo-Pflegedienstleiterin Sonja Waßmann. „Eine Anwohnerin war umgezogen und Awoline kam daraufhin täglich zu uns“, erzählt sie weiter. Ein Telefonat mit der ehemaligen Anwohnerin reichte aus. Seitdem ist Awoline die erste flauschige Mitbewohnerin des Altenzentrums.

Nachdem die Bewohner der ersten Etage das Treiben rund um die Katze beobachtet hatten, wollten sie auf ihrer Etage auch eine, heißt es in einer Pressemitteilung. Sonja Waßmann wandte sich an die Guxhagener Katzenhilfe, und einige Zeit später kam die Fundkatze Lilly ins Haus.

Die Katzen dürfen auch auf die Zimmer und werden mit Leckerlies verwöhnt. „Die Bewohner sind zufrieden. Man konnte auch schon positive Veränderungen im Gemütszustand feststellen“, sagt Wohnbereichsleiterin Jana Berger.

Sie ist die erste Mitbewohnerin: Katze Awoline.

Um die Finanzierung der Katzen müssen sich die Mitarbeiter keine Sorgen machen, die Awo übernimmt alle Kosten. Aber es gibt einen Vertrag, in dem festgelegt ist, welche Mitarbeiter sich um die Katzen kümmern. Dazu gehören: Katzenklo sauber machen, Tierarztbesuche, füttern, oder auch aufpassen, dass die Katzen nichts kaputtmachen, zur Sicherheit sind sie haftpflichtversichert.

Eigene Tiere sind im Altenzentrum erlaubt. „Wir hatten früher Hasen, und eine Bewohnerin brachte ihren Hund mit. Jeder kann seine Tiere mitnehmen, sie müssen sich nur selbstständig um sie kümmern“, erklärt Sonja Waßmann.

Besonders wichtig war der Heimleitung, dass es keine Jungtiere mehr sind. „Sie müssen ein ruhiges Gemüt haben und gut erzogen sein, denn dazu fehlt uns die Zeit“, sagt Jana Berger, während sie Lilly mit Leckerlies lockt: Lilly ist noch sehr schüchtern. „Ich finde, dass auch andere Wohn- und Altenzentren überlegen sollten, Tiere anzuschaffen. Sie sind eine Bereicherung für die Bewohner. Diese werden offener und sind nicht so teilnahmslos“, erzählt Waßmann.

Ob weitere Katzen den Weg in das Altenzentrum finden? Vielleicht. Aber es muss Etagen geben, auf denen keine Katzen leben, für Allergiker oder Menschen die die Vierbeiner ablehnen. Es besteht aber die Möglichkeit, weitere Katzen anzuschaffen. Die Katzen müssen sich jedoch untereinander verstehen.

Von Lena Hempler

Quelle: HNA

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