Abstimmung in der Stadtverordnetensammlung

In Melsungen sollen neue Baugrundstücke am Sälzerweg entstehen

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Wolfgang Göthling von der Bürgerinitiative zeigt auf die Bebauungsfläche am Sälzerweg in Melsungen

Melsungen. Der Antrag von Bürgermeister Markus Boucsein zur Bebauung der Friedhofserweiterungsfläche am Sälzerweg wurde in der Stadtverordnetenversammlung nochmals kontrovers diskutiert.

Das zeigte auch das Ergebnis der Abstimmung im Parlament: 15 Abgeordnete stimmten für die Erschließung, elf Abgeordnete stimmten dagegen und drei enthielten sich.

Die Grundstücke sollen nun nach dem „Schwarzenberger Modell“ erschlossen werden. Das bedeutet, dass die Käufer mit Vertragsunterschrift 70 Prozent der Erschließungsgebühren als Vorleistungen erbringen müssen. Das hat zur Folge, dass die Stadt das Geld einnimmt und die Grundstücke erst im Anschluss erschlossen werden. Der Grundstückspreis steht bislang noch nicht fest. Laut Bauamtsrechnung muss man derzeit aber mit einem Preis von bis zu 120 Euro pro Quadratmeter rechnen. Insgesamt sollen zehn Grundstücke entstehen.

Deutlich gegen den Beschluss waren die Grünen. Christiane Rößler kritisierte das Vorhaben als eine zu kurz gegriffene Lösung. „Diese nahliegende Lösung wird man in einigen Jahren bereuen“, sagte sie. Und gab zu Bedenken, dass durch die Erschließung neuer Grundstücke viele Fachwerkhäuser in der Stadt leer stehen würden.

Kritik von den Grünen

Dass die FDP ihre Meinung änderte und nun auch für die neuen Grundstücke stimmte, kritisierte die Grünen-Politikerin ebenfalls. Habe die FDP den Beschluss zum Immobilienprogramm „Jung kauft Alt“ aus dem Jahr 2011 stets unterstützt, stehe dieser nun in Konflikt mit dem neuen Beschluss.

Nils Weigand von der FDP wies dieser Vorwürfe zurück. Man habe früher die Meinung geteilt, dass alte Bauwerke geschützt werden müssen. Heute sehe die Lage aber anders aus. „Es gibt heute keinen Leerstand in Melsungen“, sagte er. Zehn neue Baugrundstücke sehe die Partei jetzt als unterstützenswert an.

Gerhard Ludolph von der FWG gab zum Abschluss nochmals zu Bedenken, dass es enorm wichtig sei, dass kein Investor, sondern die Stadt selbst die Grundstücke verkaufe. Nur so könne die Stadt davon profitieren. Mit den Neubauten könne man außerdem junge Menschen in Melsungen halten.

Quelle: HNA

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