Industriegewerkschaft kritisiert: Belastung im Betrieb wächst

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Freuen sich über die Erfolge bei den Betriebsratswahlen: von links Hans Schweinsberg, stellvertretender Bezirksleiter der IG BCE, die stellvertretende Bundesvorsitzende Edeltraud Glänzer und Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer. Foto: Schaake

Guxhagen. Zunehmende Belastungen in den Unternehmen und fehlende Anerkennung war eines der Themen der Betriebsräte-Auftaktkonferenz, zu der der Bezirk Kassel der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ins Bürgerhaus Guxhagen eingeladen hatte.

In der Konferenz wurde nach den Betriebsratswahlen darüber gesprochen, wie die Zukunft der Interessenvertretung in den Betrieben der Region aussieht.

Vertreter der IG BCE sowie Betriebsräte lokaler Unternehmen und Vertreter der Arbeitgeber von B. Braun und K + S sowie des Arbeitgeberverbandes Hessen-Chemie diskutierten darüber, wie die Arbeit von Betriebsräten im Spannungsfeld betrieblicher Interessen gestaltet werden kann. Über 120 neu gewählte Betriebsräte waren gekommen.

„Die psychosoziale Belastung im Betrieb nimmt zu, Lob, Dank und Anerkennung fehlen.“ Das sagte einer der Teilnehmer. Die Beschäftigten in den Betrieben wissen, dass der steigende Wettbewerbsdruck und die Globalisierung auch vor kleinen und mittelständischen Betrieben nicht Halt machen, sagte die stellvertretende IG BCE-Bundesvorsitzende Edeltraud Glänzer. Die Beschäftigten „erwarten von uns, dass wir uns um Standortsicherheit, um sichere Arbeitsplätze und gute Arbeit bis zur Rente kümmern”. Gute Arbeit mache nicht krank. Glänzer: „Wir wissen seit vielen Jahren, dass die psychischen und physischen Belastungen an den Arbeitsplätzen zunehmen.“ Respekt, Anerkennung und Lob kosten nichts, sagte Glänzer, die auch im Aufsichtsrat von B. Braun sitzt. In den Unternehmen würden Seminare angeboten, wie man mit Stress-Situationen umgehen solle.

„Wir loben zu wenig und geben zu wenig Anerkennung, da müssen wir dran arbeiten“, räumte Dr. Thomas Nöcker, Vorstand und Arbeitsdirektor der K + S AG ein. Das sei ein Dauerthema. Kern der Sozialpartnerschaft sei, am Tisch gemeinsam um Lösungen zu ringen.

IG BCE-Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer sagte im Gespräch mit der HNA, bei K + S sei ein Tarifvertrag auf den Weg gebracht worden, bei dem die Arbeitgeber ihren Vorgesetzten auf einem „Feed-Back-Bogen“ eine Rückmeldung geben. Das sei neu.

Sozialpartnerschaft sei bei K + S beispielgebend. Das hatte Vorstand Nöcker während der Diskussion betont, nachdem Edeltraud Glänzer gesagt hatte, öfter als vorher sei jungen, dynamischen Führungskräften nicht ganz klar, was Sozialpartnerschaft bedeute.

„Engagagierte, motivierte Betriebsräte.“ Das antwortete Alexandra Friedrich, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei B. Braun, auf die Frage, wie der Braun-Betriebsrat am Ende der Amtsperiode aussehe.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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