Studie stellt Kardiologie im Landkreis ein gutes Zeugnis aus

Infarkt: Patienten hören zu spät auf ihr Herz

Schwalm-Eder. Jede Minute zählt: Ob ein Patient den Herzinfarkt überlebt, ist nicht zuletzt eine Frage des Wohnorts. Schnell und gut muss die Versorgung vor Ort sein. Im bundesweiten Vergleich steht der Schwalm-Eder-Kreis sehr gut da, sagt Studien-Autor Dr. Ernst Bruckenberger.

Er kommt in seinem Herzbericht 2010 zu dem Ergebnis: Wer im Kreis einen Herzinfarkt erleidet, hat bessere Überlebenschancen als anderswo.

„Akuter Herzinfarkt“ - diese Todesursache stand 2008 auf 5,1 Prozent aller Totenscheine. 111 Kreisbewohner starben im gesamten Jahr an akutem Herzinfarkt - die bundesweit vergleichbare Sterbeziffer liegt im Landkreis fast 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Im Rennen um die beste Versorgung eilt der Schwalm-Eder-Kreis einigen seiner Nachbarn davon.

„Entscheidend ist“, sagt Karl-Friedrich Appel, Kardiologe im Ambulanten Herzzentrum Kassel, „ob und wie schnell dem Patient mit Verdacht auf Herzinfarkt ein Katheter gelegt wird.“ Wer in der „goldenen ersten Stunde“ nach Schmerzbeginn versorgt wird, habe hohe Überlebenschancen.

Die Kardiologie hat einen Sprung nach vorne gemacht -da sind sich Herzbericht-Autor und der Kasseler Kardiologe einig: „Vor zehn Jahren starben im Krankenhaus 20 Prozent aller Patienten, die mit Herzinfarkt eingeliefert wurden“, sagt Appel, „heute sterben weniger als zehn Prozent aller behandelten Herzinfarkt-Patienten.“

Der schnelle Transport zu einem Herzkatheter-Messplatz in der Region ist nach Angaben der Fachleute inzwischen gewährleistet. Diejenigen, die nicht behandelt werden, stellen das eigentliche Problem dar. Den Faktor Mensch sieht Bruckenberger als entscheidend: „Viele Patienten warten zu lange.“ Jede Minute zählt, betont auch Kardiologe Appel: „Durch das Zögern des Patienten werden die meisten Minuten verschenkt.“

Quelle: HNA

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